Cello-Klavier Konzert, was bleibt
Inhalt
Konzert Cello-Klavier und der Einfluss auf Dein Üben
Neulich abends im Cello-Klavier Konzert. Zwei junge Künstler und Felix Mendelssohn, Sonate Nr.1, OP 45. Ein Traum! Wäre ich nicht schon in mein Cello verliebt, dann jetzt. Dieser sonore tiefe Klang und die spritzigen Höhen des Instruments. Der Interpret kitzelte alles aus dem Cello, was ging (Der Pianist, zwar nicht ganz in meinem Fokus, war ebenfalls der Hit).
Zuhause angekommen, musste ich Cello spielen, unbedingt. Naja, bis Mendelssohn habe ich wohl noch zu üben. Frust breitet sich aus. Welch Harmonie zwischen den zwei Musikern die ich eben gehört hatte. Durch alle Lagen mit brillantem Ausdruck. Und ich – hmmm weniger brillant, dafür mit Liebe.
Veränderung fürs Cello lernen liegt in der Luft
Irgendetwas musste anders werden. Meine Übe-Routine braucht einen Relaunch. Diese Fragestellung war tricky. Wo und was braucht Veränderung? Ich habe versucht, meine Erfahrungen im Klavierspiel auf das Cello zu übertragen. „Mission Impossibile“! Cello ist Cello!
Am wichtigsten ist mir die Intonation. Damit steht und fällt alles. Jede Einheit unserer IKC-Kurse (Intensivkurs Cello) enthält mp3-Aufnahmen aller Stücke und Übungen. Felix hat diese mit viel Hingabe und Kompetenz eingespielt.
Wie übte ich bisher? Ich machte mich zuerst auf dem Papier mit der Komposition vertraut. Dabei überlegte ich, welche Tonart, welche Geschwindigkeit und Lagen sein könnten (Passt das auch zu Felix‘ Vorgabe?) Es gibt Werke, die wollen dann sofort gespielt werden, weil sie attraktiv aussehen. Gerne verliere ich mich darin.
Also wieder von vorn. Langsamer, ein Auge auf dem Stimmgerät der Tonhöhe wegen und stets ein ungutes Gefühl mit der Intonation.
Felix mp3-Dateien, was tust Du damit
Bis dato nutze ich Felix Aufnahmen, wenn ich das Stück relativ gut kann, um den letzten Schliff zu bekommen und eine Begleitung zu haben. Das gefällt mir, ist trotzdem irgendwie nicht zufriedenstellend. Zum einen, in der Originalgeschwindigkeit kann ich nicht immer hören, ob die Intonation stimmt. Zum anderen bin ich abgelenkt durch den richtigen Griff, die Bogenhaltung, Verspannungen im Körper und nicht zuletzt durch die Noten und eben das mp3.
Hinsichtlich einer harmonischen Nachbarschaft habe ich zuhause zusätzlich ein elektronisches Cello angeschafft. Hier störe ich niemanden und die angestrichenen Töne landen auf den „Ohrstöpseln“. So weit so gut.
Wie wäre es, auf einem Ohr mein Cello und auf dem anderen Felix mp3 zu haben? Die Geschwindigkeit ist dank Any-Tune so zu reduzieren, dass ich mitkomme und wenn es nur 40% sind. Mit Loops kann ich Teilstrecken üben und ständig wiederholen. Durch das „Mitwachsen“ im Sinne der Geschwindigkeit, erarbeite ich mir die korrekten Tonhöhen und schule meine Ohren. Mir scheint, essenziell bei dieser Art des Übens ist, den richtigen, sauberen Ton direkt im Ohr zu haben. Das Gehirn gibt dem Kopfhörerton Vorrang. Deshalb merken wir uns das besser und können besser vergleichen.
Hört sich nach einem Plan an. Oder?
Das Mirakel menschlichen Hörens
Dieser Plan geht auf. Ich bin hin und weg. Das Großartige, das passiert ist, meine Greifhand passt sich wie durch ein Wunder von allein Felix Einspielung an. Natürlich nicht von Knall auf Fall. Beim ersten Versuch konnte ich allerdings bereits erleben, es wirkt. Die ersten Töne wurden sauberer. Meine Hand wusste geisterhaft, wo sie hin soll. Noch ein Punkt, ich erinnere mich besser, wie sich der saubere Ton anhören muss. Damit fühle ich mich viel sicherer im Solospiel.
Dieses Erlebnis hat nichts mit dem E-Cello zu tun. Das klappt auch mit einem analogen Instrument. Es wird viel einfacher, zur richtigen Intonation zu gelangen. Für mich ist das, Üben auf einem neuen Level. Nebenbei fallen der richtige Rhythmus, Ausdruck und die passende Geschwindigkeit ab. Was will man mehr!
Wie gut, dass ich neulich abends im Konzert war.
Herzlich Grüße in die Runde
Brigitte
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