Zeigefinger in der weiten Lage: muss er schmerzen?

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  • Dieses Thema hat 14 Antworten und 5 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 1 Monat von Rachel.
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    • #22004 Antworten
      Christina
      Teilnehmer

      Ich habe – Cello-Anfängerin mit einiger Geigen-Vorerfahrung – die enge erste Lage so bewältigt, dass ich ganz zufrieden bin. Nun, bei der weiten ersten Lage, bin ich nahe am Verzweifeln.
      Ich kann den Halbton mit dem gestreckten Finger erreichen; die Fingerspitze sitzt dann sehr seitlich auf der Saite, also mit dem sehr schmalen Stückchen Fleisch direkt neben dem Fingernagel, und das Niederdrücken tut arg weh.

      Mich würden eure Erfahrungen interessieren (und Felix‘ Rat):

      1) Sitzt bei euch der gestreckte Finger dann auch so stark seitlich auf? Wenn nicht, wie macht Ihr das? ist das eine anatomische Frage – oder mache ich was falsch?
      2) Wie lange hat es gedauert, bis der Schmerz nicht mehr hinderlich war?
      3) Habt ihr Tipps, womit ich diese Phase verkürzen könnte? (Ich übe täglich 1-2 Stunden, aber natürlich nicht dauernd weite Lage)

      Vielen Dank schon jetzt für jeden Hinweis!

    • #22011 Antworten
      Felix Seiffert
      Administrator

      Liebe Christina,

      Zu Deinen Fragen:

      1. Ja, der Finger sitzt ausdrücklich bei mir auch auf der Seite. Bei den meisten Spielern geht es nicht anders. Andernfalls bräuchtest Du „Riesenhände“.
      2. Es wird so lange dauern bis sich zum Einen etwas Hornhaut an der Seite des Fingers gebildet hat. Die wird ganz bestimmt kommen, aber es dauert etwas. Und zum Anderen musst Du es herausbekommen, wie Du den Finger zwar aufstellst, auch wenn andere Finger spielen, nur eben so, dass er nicht übermäßig geen die Saite drückt. Da es zunächst anstrengend ist, mit dem gestreckten ersten Finger überhaupt zu greifen, ist man gerrne geneigt etwas zu fest zu drücken. Und das ist natürlich nicht angenehm.
      3. Mein Tipp: übe Dich schon hjetzt darin, Kraft nur dann anzuwenden wenn Du sie wirklcih brauchst. Versuche nciht mit dem Daumen gegen die Finger zu drücken, sondern stelle die Hand nur mit dem Armgewicht auf das Griffbrett und die Saiten. Für die Finger soll es sich idealerweise anfühlen, als steht die Hand auf vier Beinen, die sie tragen.

      einen herzlichen Gruß und viele weitere Erfolge beim neuen Greifen wünscht Dir
      Felix Seiffert

      • #22017 Antworten
        Christina
        Teilnehmer

        Vielen Dank, Felix. Das beruhigt mich doch recht (obwohl mir ein Zaubermittel lieber wäre 😉

    • #22020 Antworten
      Christina
      Teilnehmer

      … das Bild mit den vier Beinen gefällt mir so gut, ich werde versuchen, das zu visualisieren!

    • #22028 Antworten
      Sibylle K.
      Teilnehmer

      Hallo Christina,
      ich verstehe sehr gut, dass dich die weite Griffart zur Verzweiflung treibt. Das ging mir anfangs auch so.
      Beim Lesen deines Beitrags wurde mir aber bewusst, dass ich meinen Zeigefinger jetzt schon seit vielen Monaten nicht mehr unangenehm gespürt habe. Die Schmerzen geben sich wirklich irgendwann. Wenn ich so zurück denke, hat es bei mir alles in allem etwa ein halbes Jahr gedauert, bis der Zeigefinger nicht mehr weh tat und ich eine vernünftige Position für den weiten Griff gefunden hatte.
      Es gibt übrigens zwei sehr hilfreiche YouTube Videos von Felix zu diesem Thema, die heißen „Richtiges Greifen am Cello“ und „Der weite Griff auf dem Cello“. Da ist ganz genau erklärt, wie man die Finger auf dem Griffbrett aufstellen soll und aus dem engen in den weiten Griff findet, ohne zu viel Spannung in der Hand zu kriegen.
      Mir hat -neben regelmäßigem geduldigem Üben von Etüden gezielt zum weiten Griff- auch geholfen, meine Übeeinheiten konsequent zeitlich zu begrenzen. Nach 35 Minuten ist immer erst mal Pause , damit die Finger nicht überstrapaziert werden.
      Viele Grüße!

    • #22029 Antworten
      Christina
      Teilnehmer

      Danke für deine Erfahrungen und Tipps! Dass es klüger ist, in kleinen Portionen zu üben, habe ich inzwischen auch festgestellt. Und ein klitzekleines bisschen besser ist es inzwischen 🙂

    • #22589 Antworten
      Rachel
      Teilnehmer

      Hallo Christina, wie klappt es inzwischen ei Dir mit der weiten ersten Lage? Ich habe gerade erst damit angefangen, aber mir geht es genau so wie Dir. Ich denke, ich kriege das nicht hin, muss meinen Zeigefinger wohl verlängern, habe zu kurze Finger und so weiter. Daher war es hilfreich, zu lesen, dass hier schon Tipps zu dem Thema gegeben wurden.

    • #22594 Antworten
      Christina Klaffinger
      Gast

      Liebe Rachel,
      es geht besser als zuvor, aber ich bin wohl noch lange nicht dort, wo ich hinmöchte: dass es egal ist, ob weite Lage oder enge.
      Gerade jetzt musste ich wegen einer Reise nach Nepal 4 Wochen pausieren, das hat mich leider zurückgeworfen, was die Hornhaut betrifft. Alle Finger sind trotz Übungen mit einem Fingertrainer wieder empfindlicher (Habe wohl zu wenig damit geübt; es ist halt langweilig).

      Momentaner Stand: Im Trockentraining – an der Tischkante oder wenn mein Unterarm den Cellohals vertritt, geht das Abspreizen fein. Am Cello aber nicht.
      Wobei: auf der C- und G-Saite geht es gut, D-Saite na ja, A-Saite: ein Hund! Mein Analog-Lehrer sagt mir: Das üben, was leichter geht, also die tiefen Saiten, und die höheren nur immer wieder zwischendurch probieren. Nicht versteifen auf das Thema.

      Wegen Fingerlänge: Klar sind die Männer mit großen Händen im Vorteil; aber es gibt auch in Profi-Orchestern asiatische Cellistinnen, und die spielen phantastisch, obwohl sie bestimmt kleiner sind und kleinere Hände haben, als durchschnittliche Europäerinnen. Also werden wir beide die weite Lage auch schaffen 😉

      Ich werde bei Felix wieder ein Coaching buchen – das hat mir zuvor schon einmal SEHR geholfen.

      Liebe Grüße
      Christina

    • #22599 Antworten
      Rachel
      Teilnehmer

      Das freut mich, dass es inzwischen besser klappt.
      Ja, ich denke auch, es gibt noch mehr Personen mit kleinen (oder noch kleineren) Händen, aber dennoch ist es per se ein kleines Handicap.
      Zum Thema Hornhaut kommt bei mir noch hinzu, dass meine Haut eine Besonderheit hat und keine Hornhaut bilden kann (also generell nicht, auch nicht an den Füßen). Meine Haut ist prinzipiell sehr schnell durchgescheuert und blutet, und beim Cello ist es auch nicht anders, wie ich mir vorher aber schon dachte. Da helfen bei mir nur Handschuhe. Durch dünne Baumwollhandschuhe bekomme ich zwar immer noch wunde Fingerkuppen, aber wenn ich dickere nehmen würde, würde ich ja nichts mehr fühlen, es muss sich also die Waage halten. Aber immerhin ist es so eine passable Lösung, und die Haut blutet nicht mehr.

    • #22604 Antworten
      Kirsten
      Teilnehmer

      Hallo Rachel,

      stören die Handschuhe nicht beim Cellospiel?
      Das sind nicht gerade die besten Voraussetzungen fürs Cellospielen. Du hast meinen vollen Respekt, dass Du trotz dieses Handicaps damit angefangen hast. Hast Du schon überlegt, ob es vielleicht hilfreich wäre, sich gummierte dünne Fingerkuppen herstellen zu lassen? Das wäre nicht ganz so warm und es würde (eventuell) nicht so arg stören.

      Viele Grüße

      Kirsten

    • #22607 Antworten
      Rachel
      Teilnehmer

      Erstaunlicherweise stört es weniger als ich vorher angenommen hatte, zumindest weniger als vorher immer die Pflaster an den Fingern 😉 Es sind so ganz dünne Baumwollhandschuhe, durch die man noch alles spürt und die auch nicht wärmen. (Mal gespannt, wie es im Sommer sein wird).
      An gummierte Fingerkuppen habe ich tatsächlich noch nicht gedacht – woher bekommt man denn sowas? (Habe jetzt spontan ein Bild eines Verbrechers im Kopf, der seine Fingerabdrücke nicht hinterlassen will…)

    • #22609 Antworten
      Kirsten
      Teilnehmer

      Es gibt extra Siliconfingerkuppen für Gitarristen. Die müssten doch auch fürs Cellospielen geeignet sein.
      Ein Fingersatz kostet um die 6,- €. Google das mal. Es könnte aber sein, dass damit kein Vibrato möglich ist. Silikon ist ja bekanntlich rutschhemmend.

      Ansonsten kenne ich persönlich Fingerlinge aus dem Chemielaborbedarf. Die sind wesentlich teurer, dafür hat man aber auch einen guten Tastsinn damit.

    • #22610 Antworten
      Rachel
      Teilnehmer

      Ah, ok, ich google das mal. Sind ja dann nicht so teuer.
      Meine Handschuhe sind die, diese feinen, weißen, die auch ein Juwelier trägt.
      Ich habe viel und gerne Billard gespielt, das ging bei mir auch nicht ohne Handschuhe, weil sonst nach kürzesten Zeit die Hand, die den Queue hielt, rot und angeschwollen war. Hier trug ich aber andere, die hauptsächlich den Daumenbereich / Hand / Handgelenk schützen.

    • #22611 Antworten
      Christina
      Teilnehmer

      Liebe Rachel, ich stimme zu: Respekt!
      Wegen des Vibrato mit Gummi-Schutz würde ich mir keine Gedacnken machen: da ist es ohnehin super, wenn der Finger nicht verrutscht. Das Vibrato entsteht durch das Rollen der Fingerkuppe an derselben Stelle. Mich würde allerdings dann interessieren, wie es mit Lagenwechseln aussieht, wo man doch oft schnell und weit gleiten muss. Andrerseits, das muss ein Gitarrist schon auch, noch dazu über die Bünde hinweg…
      Erzähl doch hier dann auch, wie sich die Dinger auswirken!
      Ich halte dir die Daumen.

    • #22614 Antworten
      Rachel
      Teilnehmer

      Danke, Christina. Ich werde berichten, wie es sich entwickelt.

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