Tunnel greifen

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    • #22407 Antworten
      danapopana
      Teilnehmer

      Hallo,

      ich habe gerade zwei Probleme, das erste ist, dass das Cello mir irgendwie Druck macht, daran werde ich aber alleine arbeiten und zweitens, weswegen ich mich hier melde, kann ich kaum Tunnel greifen, also den/ die Finger auf einer Seite lassen und auf der nächsthöheren die leere Saite spielen, sie klingt dann nicht richtig, entweder schrabbt/ schrabben mein*e Finger von der Saite darunter nur ein bisschen mit darauf oder auch sehr! Dass es dann gar nicht klingt. Meine Finger liegen also auf zwei Saiten gleichzeitig. Ich weisz nicht, was ich falsch mache. Eventuell kommt mal so ein Beratungsgespräch in Betracht, aber vielleicht gelingt es ja auch hier, mir den entscheidenden Tipp zu geben. Muss dazusagen, dass ich ziemliche Wurstfinger schon auch habe. Aber ob es daran liegt – DASS weisz ich leider nicht!

      Ich bin im Intensivkurs Cello gerade in der 12. Lektion des 1. Moduls. Der Tunnelgriff kam wieder bei dem Vergleich der Töne.

      Liebe Grüsze von Dana

    • #22427 Antworten
      Kirsten
      Teilnehmer

      Hallo Dana,

      kann es sein, dass Du Deine Finger nicht steil genug aufsetzt?

      Viele Grüße

      Kirsten

      • #22478 Antworten
        danapopana
        Teilnehmer

        Hallo Kirsten,

        dankeschön, ich weisz nicht, aber werde beim nächsten Spielen darau achten.

        lieben Grusz, Dana

    • #22569 Antworten
      danapopana
      Teilnehmer

      Kann mensch im Cellospiel denn auch weit kommen, ohne je den Tunnelgriff anzuwenden?

    • #22587 Antworten
      Rachel
      Teilnehmer

      Bist Du in dieser Angelegenheit inzwischen weiter gekommen?

    • #22593 Antworten
      danapopana
      Teilnehmer

      Hallo Rachel,

      danke fürs Nachfragen. Ich will nun bei jedem Üben eine Zeit Tunnel greifen üben.

      Tat es gerade und es ging schon besser, versuchte es auf der D-, der G-, und C-Saite und auf der G-und C-Saite geht es auf jeden Fall viel viel besser, das wusste ich bis jetzt auch noch nicht, da ich es meist auf der D-Saite bisher versucht hatte.

      Auf der D-Saite knicke ich den vierten Finger so zur Seite und dann schrammt er immer noch so ein bisschen auf der A-Saite. Weisz auch gar nicht, ob ich den überhaupt richtig aufsetze und der so schräg liegen darf.

      Muss das noch eine Weile beobachten, um mehr sagen zu können.

      Es wird aber besser auf jeden Fall, also stimmt die Richtung vielleicht.

      Lieber Grusz, Dana

    • #22600 Antworten
      Rachel
      Teilnehmer

      Das klingt doch schon mal sehr positiv. Es ist immer schön, wenn man merkt, dass in einer Problematik überhaupt Fortschritte möglich sind.

    • #22602 Antworten
      danapopana
      Teilnehmer

      Das sehe ich auch sehr so! Es hat auch ziemlich lange gedauert, dahinzukommen, zu Anfang ging es halt so überhaupt nicht. Und das war zermürbend.

    • #23060 Antworten
      Rachel
      Teilnehmer

      So, Dana, nun muss ich Deinen Thread noch mal aufgreifen, weil ich nämlich ganz genau das gleiche Problem habe wie Du. eigentlich läuft alles gut mit dem Cello- außer diesem Tunnelgriff. Ich scheine es einfach nicht hinzukriegen. Es ist sehr frustrierend. Ich habe den Eindruck, meine Finger sind zu klein, um sie steil genug aufzusetzen, dazu kommt, dass sie sehr weh tut, weil meine Haut keine Hornhaut bilden kann (und ich daher meist mit Handschuh spiele, was aber den Tunnelgriff erst recht unmöglich macht)… dann denke ich wieder, andere Leute haben auch kleine Hände und kurze Finger, und irgendwie geht es bei denen ja auch.
      Es beruhigt mich ungemein, dass an Deinem Beispiel klar wird, dass es vielleicht doch irgendwann mal funktioniert.
      Deine Frage, die Du zwischendurch stelltest (ob man denn auch weit kommen kann, wenn man den Tunnelgriff nicht beherrscht) habe ich mir heute dann auch gestellt. Allerdings sagte Felix ja im Intensivkurs, dass es grundlegend wichtig ist, den Tunnelgriff zu können, daher schien es so, als würde man ohne den Griff etwas ganz Wichtiges nicht beherrschen, und das ist kein schönes Gefühl.

    • #23062 Antworten
      Kirsten
      Teilnehmer

      Hallo Rachel,

      liegen Deine Handschuhe nicht fest an den Fingern an?
      Eigentlich dürften enganliegende Handschuhe den Tunnelgriff nicht behindern. Ich glaube, ich setze mich heute Abend mit einem Paar Handschuhe an mein Cello und probiere das aus. Vielleicht fällt mir dann noch ein Tipp für Dich ein.

      Liebe Grüße

      Kirsten

    • #23063 Antworten
      Rachel
      Gast

      Hallo Kirsten,
      das hatte ich auch schon vermutet, dass es an den Handschuhen liegt (denn sie sind ja schon mehr Stoff als normale Finger dick sind), und habe es deswegen jetzt die ganze Zeit ohne probiert (was logischerweise sehr schmerzhaft war). Aber auch das hat noch nicht funktioniert. Ich denke mal, ich habe mir eine Hand-/Armstellung angewöhnt, die nicht steil genug war.

      Ich habe mir gestern noch mal ein Video von Felix angeschaut, im offenen Bereich (also nicht aus dem Intensivkurs), da sieht man noch mal die Handstellung von der Seite. Ich probiere nachher noch mal weiter.
      Wie war es denn bei Dir, Kirsten, hat es da relativ schnell geklappt?

    • #23064 Antworten
      Kirsten
      Teilnehmer

      Nein, ich habe mir auch mühsam (!) den Tunnelgriff mit vielen Rückschlägen erarbeiten müssen.

      Ich habe auch lange Zeit über die Hände nicht steil genug aufgesetzt und mich ebenfalls gewundert, dass die Töne der höheren Saite alles andere als schön klingen. Anfangs war ich mir aber nicht bewusst, dass eine falsche Handhaltung der Grund dafür war.
      Es war ein langer Lernprozess mit vielen hilfreichen Hinweisen und Übungen von meinem Cellolehrer.

      Und ich falle auch jetzt immer noch in eine zu flache Handhaltung zurück, wenn ich
      – nicht konzentriert genug bin, da der Arbeitstag zu stressig war
      – meine Fingernägel nicht kurz genug gehalten sind – ja, wenn am Wochenende eine Feierlichkeit ansteht und man mal Nagellack auftragen will, sollen die Nägel nicht rappelkurz sein. 🙂
      – das neue Stück alle Aufmerksamkeit auf sich zieht und das Spiel noch nicht rund läuft…

    • #23065 Antworten
      danapopana
      Teilnehmer

      Hallo Rachel,

      ich bin da leider noch nicht so richtig weiter. Zuletzt klappte es bei mir besser, aber das ist jetzt eine Zeit her, seit ich das das letzte Mal machte. Ich fahre jetzt die Tage auch in den Urlaub und kann es deswegen zur Zeit nicht üben, um Dir nochmal Rückmeldung zu geben. Ich hatte die Hand zum Schluss auch anders gehalten, ein wenig schräg, glaube ich, wie mein Mann auf der Gitarre. Seltsamerweise ging es dann besser, meine ich. Würdest Du bitte den Link hier einstellen vom Video, das Du jetzt von Felix im offenen Bereich fandest? Das würde mich auch interessieren. Ich habe vor Kurzem übrigens meine ganze Haltung geändert, da ich immer auf dem Griffbrett zu weit oben strich, ich habe nun einen längeren Stachel und kann seltsamerweise nicht nur besser streichen jetzt, sondern auch greifen. Den Tunnelgriff habe ich so aber noch nicht probiert. Das Cello steht nun steiler bei mir! Es macht gleich mehr Spasz!

      Sorry, dass ich nichts Hilfreiches beitragen kann.
      LG! Dana

      • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Tage, 13 Stunden von danapopana.
    • #23067 Antworten
      Rachel
      Gast

      Kirsten, es ist ja schon fast beruhigend, dass es offenbar vielen Leuten anfangs so schwer fällt, denn es zeigt andererseits ja auch, dass dann doch noch machbar ist! Ja genau, bei mir ist es auch so, dass ich, wenn ich eines stark beachte (z.B. die Noten), dann doch wieder die gerade Bogenführung oder die Haltung des Ellenbogens vernachlässige, und ich manchmal nicht alles gleichzeitig gut hinkriege. Wie Felix schon mal sagte, es ist eben wie beim Autofahren, irgendwann kann man es dann vielleicht automatisch, weil man genug Übung hat.
      Meine Nägel sind ohnehin immer rappelkurz, aber das habe ich auch schon gedacht: längere könnte man sich auch nicht leisten 😉

      Dana, das hier ist der Link zu dem Video, wo man die Greifhaltung auch noch mal von der Seite sieht:

      Richtiges Greifen am Cello

      Mit der Sitzposition am Cello habe ich auch lange herumprobiert, und auch jetzt wechsle ich noch oft, von steilerem Cello zu flacherem. Wobei ich da auch denke, irgendwann sollte ich mich auf eine Position festlegen, denn nur so kann man die richtige Haltung (auch der Schultern, Hände) dann automatisieren.

      Ich wünsche Dir weinen schönen Urlaub!

    • #23068 Antworten
      Felix Seiffert
      Administrator

      Ihr Lieben,

      in der Tat habt Ihr bei de mit Euren Problemen die Sache gut erfasst. Es ist nicht einfach, die Finger aufzustellen. Geschnittene Fingernägel sind das Eine. Das Andere ist ein Arm der die Stellung hat, in der die Finger das Gefühl haben können „auf dem Griffbrett zu stehen und nicht zu hängen oder sich festzuklammern.

      Es kann auch sein, und das hatte ich zunächst jahrelang, dass man vor lauter Drücken mit dem Daumen immer wieder die Finger regelrecht auf das Griffbrett „quetscht“. Dann fallen sie gerne um und wir haben wieder das Problem.

      Versucht bitte vor allem zunächst die Stellung des Arms zu finden bei der die Finger in ihren vordersten Gelenken freiwillig krumm bleiben. In dieser Stellung versucht Ihr Euch einzurichten. Aus diesem Griff heraus funktioniert es mit der Zeit. Und – es braucht in der Tat Übung. Die Muskeln der Finger müssen es lernen, sogar Vertrauen bekommen, dass die Finger auch so stehen können.

      Der Lohn für diese Mühen ist am Ende dass es sich viel exakter und vor allem viel schneller greifen lässt. Aber bitte – nicht verzagen. Irgendwann geht es schon.

      viele Grüße

      Felix Seiffert

    • #23069 Antworten
      Rachel
      Teilnehmer

      Danke, Felix, für Deine Zeilen.

      Ich habe den Verdacht, dass ich tatsächlich vorher die ganze Zeit den Ellenbogen nicht weit genug nach außen gestellt habe. Ich habe seit Januar ein sehr langwieriges Schulterproblem (links) und daher schon bei normalen alltäglichen Bewegungen eher eine Schonhaltung eingenommen. Und beim Cello hatte ich zwar nicht die Haltung, die Du beschreibst mit dem „am Griffbrett hängen oder sich festklammern“, sondern schon nach außen, und es schien auch gut zu funktionieren, allerdings eben nicht mit dem Tunnelgriff. Wenn ich nun mit dem Arm von weiter außen komme, und die Hand noch mehr zu einem O forme, dann klappt es besser.
      Allerdings traten nun neue Probleme auf: da ich die Handschuhe nicht tragen konnte dabei, bluteten die Fingerkuppen wieder, mein Daumen hat nun mehr nach unten gedrückt (er war vorher interessanterweise die ganze Zeit lockerer), so dass mir der Daumen und das Gelenk sowie der Teil zwischen Daumen und Zeigefinger extrem weh tun (dazu kommt, dass ich ohnehin Gelenkerkrankungen habe, passiert bei mir also sehr schnell), und die Schulter tut auch viel mehr weh, wie zu erwarten war. Teilweise ist es dann wohl Übungssache, man benutzt eine Haltung, die für den Körper ungewohnt ist, und die er, wie ja schon öfter gesagt wurde, nicht freiwillig macht, andererseits muss ich darauf achten, wie lange ich so spielen kann, ohne dass die Schmerzen zu stark und nachher noch chronisch werden.
      ABER immerhin habe ich nun ab und zu einen gescheiten Ton im Tunnelgriff herausbringen können.

      Mit den Handschuhen habe ich es nun mal so probiert, dass ich die Finger vom rechten Handschuh, den ich ja nicht unbedingt brauchte, abgeschnitten habe und mir die einzelnen Finger überziehe, die kann ich noch enger ziehen, das ist besser. Tut immer noch weh, aber besser als nix. Wie in einem anderen Thread schon mal angeregt, könnte ich, wenn alle Stricke reißen, ja noch andere Fingerkuppen ausprobieren.
      Nun bleibt nur üben, üben, üben.

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