Kein Geigenbauer in der Nähe – Bogen zum selbst behaaren?

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  • Dieses Thema hat 7 Antworten und 3 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 1 Monat von Rachel.
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    • #22575 Antworten
      Rachel
      Teilnehmer

      Hallo, ich wollte schon länger mal etwas posten, und heute habe ich auch einen wichtigen Anlass dazu.

      Ich heiße Rachel und bin seit ein paar Wochen hier „stiller Mitleser“. Ich wohne ganz oben in Norddeutschland (Raum Cuxhaven), und hier habe ich das Problem, dass es zum einen keine Cellolehrer gibt (der Hauptgrund, weswegen ich bei Bogenbalance gelandet bin), die Musikschulen auch entweder kein Cello anbieten, und nur Kinder annehmen, und es auch zusätzlich weit und breit keinen Geigenbauer gibt (habe schon das ganze Internet und andere Foren durchsucht).
      Daher dachte ich schon immer, hm, was passiert, wenn mal etwas an meinem Cello kaputt ist, oder der Bogen neu behaart werden muss. (Ich zog sogar schon diverse Geigenbau-Schulungen in Erwägung, um alles selbst zu lernen, aber auch die gibt es zum einen nicht im Norden, zum anderen auch nicht für das Behaaren von Bögen).

      Nun ist heute beim Spielen doch tatsächlich mein (anscheinend nicht gerade hochwertiger) Bogen kaputt gegangen, so dass das Thema aktuell wird.
      Da ich auch kein Musikgeschäft hier oben habe, welches Streichinstrumente oder Bögen führt (nicht einmal weiter unten in Bremen), habe ich im Internet geschaut und stieß auf Böden von P&H, die man selbst behaaren kann. https://www.thomann.de/de/ph_cello_bow_fiberglass_4_4_bk.htm
      Hat jemand von Euch hiermit schon Erfahrung gesammelt, würde mir zu- oder abraten?
      Habt Ihr denn Geigenbauer in der Nähe, oder habt Ihr auch solche Probleme mit der Beschaffung / Reparatur?
      Viele Grüße Rachel

    • #22578 Antworten
      Felix Seiffert
      Administrator

      Hallo Rachel,

      Na Du wohnst aber cellotechnisch gesehen wohl eher in der Einöde. Deinen Gedanken mit einem günstigen Bogen finde ich ehrlich gesagt ganz gut. Was ich nicht weiß: was Du für Ansprüche an die Qualität von Instrument und Bogen stellst.

      Grundsätzlich kannst Du es einmal so betrachten. Der Bogen, den Du da oben gepostet hast, bekommst Du für einen Preis der unter dem einer neuen Bogenbehaarung von einem Geigen- oder Bogenmacher liegt. Je nach Geigenbauer kann man schon einmal 120,- € oder sogar mehr für einen Bogenbezug hinlegen. Wir haben früher in den Streicherklassen tatsächlich auch mit solchen Bögen gearbeitet (und die Bögen aus Carbon sind in dieser Preisklasse tatsächlich auch recht brauchbar) und haben sie, wenn es darum ging, neue Haare aufzuspannen regelmäßig entsorgt. Besonders nachhaltig ist eine solche Vorgehensweise nicht, aber es gab einfach wirtschaftlicher Gründe bei einer großen Anzahl von Schülern.

      Einen Bogen, den man selbst beziehen kann, habe ich ehrlich gesagt noch nie gesehen und ich wäre da in der Tat skeptisch. Haare so sauber in den Bogen hinein zu bekommen, dass sie gut sitzen, ist meiner ansicht nach eine komplizierte Sache. Ich würde mich da nciht heran wagen. Außerdem sah für meine Augen der Bogen auch ncith wirklich gut verarbeitet aus. Ich wäre da vorsichtig. Ich habe aber in der Tat auch testweise einen sehr einfachen Carbonbogen von Thomann. Und wenn man damit keine Beethoven Sonate spielen will, dann kann man sie wirklich auch guten Gewissens verwenden.

      Ich würde aber ehr so etwas empfehlen, es sieht einffach besser verarbeitet aus:

      https://www.thomann.de/de/roth_junius_rjb_composite_cello_bow_4_4_bk.htm

      oder: https://www.thomann.de/de/roth_junius_rjb_carbon_cello_bow_4_4_bk.htm

      vielleicht auch: https://www.thomann.de/de/viennabow_vb6011_carbon_cellobow.htm

      einem herzlichen Gruß

      Felix Seiffert

    • #22579 Antworten
      Heinz Kaletsch
      Gast

      Hallo Rachel,
      Mittlerweile spiele ich gut 3 Jahre den Intensivekurs von Felix Seiffert. Er ist ganz toll gemacht und ich erfreue mich jeden Tag am Cellospielen. Dass mit dem Selbst Bogenhaare aufziehen ist glaube ich, nicht ganz so einfach. Ehrlich gesagt habe ich mittlerweile 3 Bögen, die ich mir im Internet immer wieder mal bestellt habe. Die einfachen mit guten Pferehaaren sind in der Regel zwischen 30.- und 40.- € zu bekommen und halten mindestens 1 bis 1/2 Jahre. Ich übe ca. 1 Stunde am Tag. Ja und mit Kolovonium musst du diese halt auch hin und wieder einreiben. Da solltest Du aber Max. 3 mal über die Seiten streichen, sonst ist es gleich zuviel.
      Schöne Grüße und viel Spaß beim Spielen

      Heinz

    • #22580 Antworten
      Rachel
      Teilnehmer

      Vielen lieben Dank für Eure Antworten!
      Bei dem Bogen, den ich ansprach, handelt es sich um ein besonderes System, welches extra dafür gemacht ist, dass man es selbst zu Hause neu behaaren kann (man kann dann auch die Haare als Büschel einzeln bestellen). Ich hatte auch ein Video gefunden, auf dem jemand zeigt, wie man es macht – scheint kein Hexenwerk zu sein. Bei einem „normalen“ Bogen, der in dieses System nicht passt, ist es sicherlich viel, viel komplizierter und für einen Laien nicht wirklich zu empfehlen.
      Hier ist das besagte Video:

      Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von suttonmusic.co.uk zu laden.

      Inhalt laden

      Felix, ich schaue mir gleich die Bögen an, die Du genannt hast. Ich wollte spätestens morgen einen bestellen.

      Heinz, oh, das ist toll, dass Du schon 3 Jahre den Intensivkurs machst. Wie weit bist Du inzwischen vorangeschritten? Ich werde ihn auch machen, habe aber im Moment noch ein sehr hartnäckiges Problem mit meiner Schulter, so dass ich beim nächsten Arzttermin (übermorgen) erfahre, ob ich den Arm / die Schulter still halten muss oder weiter spielen darf. Im Moment schaue ich mir die ganzen Videos von Bogenbalance auf youtube oder hier schon mal an und spiele in der 1. Lage. Ich habe als Kind mit Klavier / Keyboard angefangen und spiele auch Tenorpsalter. Cello ist da noch einmal eine ganz neue Dimension.

      Klar benutze ich auch Kolophonium (wobei ich jetzt von Kirstein erfahren habe, dass sie alle Violinen- und Violasets aus de Programm genommen haben, weil es rechtliche Probleme mit dem Verkauf von Kolophonium gibt).

    • #22581 Antworten
      Rachel
      Teilnehmer

      Nun habe ich mir die Bögen von den Links angeschaut und besonders der Viennabow scheint ja eine gute Qualität zu haben. Zur Frage, welche Ansprüche ich an den Bogen haben, kann ich noch nicht so viel sagen, da ich ja Anfängerin bin. Aber dennoch will ich irgendwann natürlich doch auch Beethoven Sonaten spielen 😉 Aber bis dahin habe ich vielleicht schon einige Bögen ausprobiert.

      Den wirtschaftlichen Faktor (günstiger neuer Bogen so teuer wie das Behaaren) versus der Nachhaltigkeit (wegwerfen) hatte ich mir auch überlegt, insbesondere eben, weil bei mir ja der Gang zum Geigenbauer mindestens eine 2-stüngige Anfahrt wäre. Daher dachte ich eben, dass ein Bogen, den man selbst behaaren kann, eine nachhaltigere Alternative wäre.
      Ich überlege noch….

    • #22601 Antworten
      Rachel
      Teilnehmer

      Ich habe mich jetzt erst einmal gegen den Bogen zum selbst behaaren entschieden, weil Felix meinte, der sieht nicht so gut verarbeitet aus.
      Gestern habe ich nun zwei bestellt, den einen günstigeren (2. Link von Felix) und den teuren Viennabow (3. Link), weil der so dermaßen gute Bewertungen hatte und auch im Test so gut abgeschnitten hat. Ich dachte, ich bestelle gleich zwei, damit ich einen Ersatzbogen zur Hand habe. Bin gespannt, ob ich als Anfängerin einen Unterschied merke.

      Ich gehe aber mal davon aus, dass beide besser sein werden als der, der mir vorgestern kaputt gegangen ist….

    • #22605 Antworten
      Kirsten
      Teilnehmer

      Ich bin schon gespannt, auf Dein Feedback.
      Berichte uns doch, wie sich die Bögen beim Spielen anfühlen.

      Liebe Grüße

      Kirsten

    • #22608 Antworten
      Rachel
      Teilnehmer

      Ja, das werde ich tun – sie sind bereits verschickt worden.

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