Lampenfieber

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Dieses Thema enthält 38 Antworten und 11 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Anne Anne vor 3 Wochen, 6 Tagen.

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  • #6853
    Katta
    Katta
    Teilnehmer

    Hallöchen!

    Ich möchte hier einmal die Frage in den Raum werfen und den Austausch darüber anregen, wie man mit Lampenfieber umgeht.
    Auch wenn nicht alle in der Situation waren, mit dem geliebten Streichinstrument aufzutreten, kennt ihr es vielleicht aus anderen Situationen.
    Vielleicht kennt ihr das aber auch, wenn ihr jemandem im Privaten oder einem Lehrer vorspielt.
    Also wie geht ihr mit Lampenfieber um?

    Liebe Grüße und Danke für eure Tipps und Anregungen,
    Katta

  • #6854
    Katta
    Katta
    Teilnehmer

    Ich mache einmal selbst den Anfang:
    Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus und ein solches steht in Form eines öffentlichen Sommerkonzertes an. So langsam steigt die Anspannung auch angesichts der wenigen aber kurz bevorstehenden Proben.
    Ich habe immer Lampenfieber und das selbst bei banalen Dingen. Selbst vor besonderen Unterrichtsstunden, bin Grundschullehrerin <3, habe ich Herzflattern.
    Beim ersten Mal alleine vorspielen hat mich das Lampenfieber komplett umgehauen.
    Einige Male später mit dem Orchester war das deutlich entspannter, auch wenn die beiden Stunden davor sehr angespannt waren. Seitdem esse ich immer eine Banane vor Auftritten.
    Lernt man Vorspielen irgendwann?
    Liebe Grüße!

  • #6858
    Felix Seiffert
    Felix Seiffert
    Keymaster

    Hallo Katta,

    ja Lampenfieber – ein Thema das sich lohnt behandelt zu werden.

    Problem: du bist niemals perfekt, Du nicht, ich auch nicht, auch YoYo Ma nicht. Und du hast dieses Ding im Kopf, dass es jetzt so gut gehen soll, wie es nur kann. Und damit hast Du die Blockade.

    Zwei Rezepte von mir:

    1. ich mache mir klar, es geht jetzt so gut, wie ich es in dieser Situation kann. Ich habe die Chance, jetzt mit Freude Musik zu machen. So versuche ich das Niveau meines Bewusstseins anzuheben.

    2. Ich spiele mich vor dem Konzert möglichst durchgehend eine halbe Stunde ein. Das mache ich hinter der Bühne. Dabei spiele ich alles viel zu langsam und zwar so langsam, dass ich alles in Ruhe beobachten kann, was ich tue. Nie eine Überforderung, einfach nur in die Aufmerksamkeit kommen. Das hilft mir sehr vor dem Auftritt.

    liebe Grüße

    Felix

    • #6862
      Katta
      Katta
      Teilnehmer

      Danke Felix für den Tipp 🙂
      Das wird probiert!
      Ich bin gespannt, ich habe gelernt sehr viel wohlwollender und toleranter mit mir umzugehen.
      Mal sehen, ob sich das auch auf das Cellospiel auswirkt.

  • #6860
    Nicole
    Nicole
    Teilnehmer

    Liebe Katta –

    Tolles Thema!!

    Felix hat es wohl auf den Punkt gebracht – das intensive sich vorher auf etwas positiv „einschwingen“ ist wahrscheinlich das A und O –

    Denn auch wenn wir Dinge lange Üben (Du hast ja in Deiner Referendariat-Zeit oft damit gelebt, dass Dir jemand auf die Finger schaut), ist die positive Einstellung dazu ganz bestimmt das wichtigste –
    wir (mein Mann und ich) haben in letzter Zeit viel darüber gesprochen, wie schwer es uns Menschen fällt, die Dinge positiv zu betrachten – unser Hirn kann irgendwie erstmal besser „Nein“…

    Aber ich denke, es lohnt sich, daran zu arbeiten in allen Bereichen und sich dadurch zu bereichern, zu lernen, dass wir immer noch etwas mehr an Erfahrung gewinnen.

    Ich hab gut reden, hab mich ja kaum getraut, letzten Samstag vor Johannes und Christine mein Unvermögen zu zeigen 😂 –
    Es ist allerdings so bereichernd, Euch spielen zu hören, die Ihr das schon lange macht, dass ich meine Scheu sehr gerne überwinden möchte😍❤️😍!
    Ein großes Thema dabei ist wahrscheinlich auch die Angst davor, bewertet zu werden – also nicht nur, die, zu versagen.
    Wenn ich mir dann klar mache, dass alle im Raum lieb zu mir sind, also mir gut gesonnen sind, geht es schon ein bisschen besser.
    Dazu könnte ich jetzt noch reichlich schreiben, aber die Arbeit ruft.
    Bin sehr gespannt, was Ihr schreiben werdet!
    Johannes hat uns am Samstag viel dazu erzählt.

    Ganz lieben Gruß,

    Nicole

    • #6863
      Katta
      Katta
      Teilnehmer

      Hallo Nicole,
      da hast du ganz recht.
      Das kann ich gut verstehen und finde mich in einigen Punkten wieder.
      Liebe Grüße!

  • #6864
    Katrin
    Katrin
    Teilnehmer

    Hallo,

    ich kann zu diesem Thema auch etwas beisteuern. :=))
    Das war im letzten Sommer, ich spielte noch nicht Geige, aber seit 1,5 Jahren Harfe, und seit ein paar Monaten Tenorblockflöte. Ich nahm für beide Instrumente Unterricht bei derselben Lehrerin. Und habe mit keiner Silbe daran gedacht, mal irgendwo irgendwas vorzuspielen. Ich hatte weder das Verlangen danach, noch den nötigen Ehrgeiz, wollte einfach für mich Musik machen.

    Bis eine Einladung von meiner Lehrerin kam – zum Vorspiel! Es sollte ein kleines privates Konzert im Garten werden, so mit 20-25 Gästen, und jeder sollte etwas beisteuern. Ich sagte spontan zu: Ich bin dabei, aber ohne Vorspielen! Natürlich folgten mehrere Mutmach- und Überredungsversuche sowohl von meiner Lehrerin, als auch den anderen Harfenspielern. Aber ich bekam panische Angst schon bei dem Gedanken an ein Vorspielen.
    Ich muss dazu sagen, dass ich im letzten Jahr privat und gesundheitlich eine schwere Zeit hatte. Sicher hat das meine Ängste verstärkt. In dieser Zeit wurde dieses Thema auch gerade im Harfenformum intensiv diskutiert, es outeten sich einige, die große Angst vorm Vorspielen hatten. Wir redeten sehr offen darüber. Ich war total aufgeregt und aufgewühlt und zerrissen. Einerseits wollte ich mutig sein, dazu gehören, mit den anderen spielen und einen schönen Abend haben. Andererseits konnte ich mich nicht überwinden, zuzusagen. Erst als ich mir Tage später selbst offiziell die Erlaubnis gab, nicht am Vorspiel teilzunehmen, wenn es mir im Moment nicht möglich ist, kam ich wieder zur Ruhe. Meine Lehrerin und die anderen waren so lieb und verständnisvoll und baten mich, trotzdem zu kommen, auch ohne Vorspielen, aber auch das wollte ich nicht. Ich wäre mir wie eine Versagerin vorgekommen, der ihr Unvermögen direkt vor Augen geführt wird!

    Es kam dann ganz anders. Am Morgen des Konzertabends hatte ich noch Unterricht bei meiner Lehrerin. Sie war an dem Morgen ziemlich traurig, weil eine andere Schülerin gerade ihre Teilnahme am Vorspiel kurzfristig abgesagt hatte, und das auch noch irgendwie auf kränkende Art und Weise, sie wurde jedoch für ein Stück für 3 Harfen dringend benötigt. Da hat sich plötzlich bei mir der Schalter umgelegt, als ich sah, wie traurig und enttäuscht unsere Lehrerin war, die so viel für uns tat und die wir alle liebten! Ich konnte das Stück auch spielen und sagte spontan zu, am Abend doch zu kommen und einzuspringen. Und da ich einen Anflug von Mut hatte, versprach ich, auch meine Flöte mitzubringen und ein Stück zu spielen, bei dem sie mich auf der Harfe begleiten konnte.

    Es wurde ein wunderschöner Abend. Mich hat es beim Harfentrio ein paarmal rausgehauen, aber ich habe immer wieder reingefunden. Auch bei dem Stück auf der Tenorblockflöte habe ich die eine schwere Stelle etwas verpatzt, es kam statt eines Tones ein Fiepen. Aber es stellte sich heraus, dass niemand, außer meiner Lehrerin es bemerkt hatte! Nicht mein bester Musikerfreund und auch nicht der Mann meiner Lehrerin, der Musiklehrer ist. Es habe alles wunderschön und harmonisch geklungen. Die Leute waren total lieb und dankbar! Das war der eine Punkt, der mir zukünftig sicher Mut machen wird: Oft werden Patzer vom Publikum gar nicht bemerkt.

    Was mir auch total geholfen hat: Eine andere Harfenspielerin, eine Frau in meinem Alter war vor mir dran, und bevor sie begann, beichtete sie in einer kleinen Ansprache, dass das ihr ersten Vorspiel sei und dass ihr Herz gerade entsprechend klopfe. Und wenn mal ein Ton daneben ginge, solle niemand so genau hinhören. Sie hat sich dann auch mal kurz verspielt, bekam aber ganz tollen Applaus. Fand ich schön, und ich hab ihr das nachgemacht vor meinem Stück. Hab mein Stück vorgestellt und ganz offen gesagt: Das ist mein erster Auftritt, und ich bin jetzt aufgeregt. Sofort ist ein Teil der Aufregung weg! Am Ende haben wir uns alle umarmt und immer wieder Komplmente von den Leuten bekommen. Es war ein wunderschöner inniger Abend, den ich nicht missen möchte.

    Nun bin ich gespannt, wie das mit der Geige mal laufen wird. Aber das dauert noch…

    Liebe Grüße an alle Ängstlichen und Mutigen!!

    • #6886
      Felix Seiffert
      Felix Seiffert
      Keymaster

      Hallo Katrin,

      Das ist ein Beitrag, der richtig Mut macht. Vielen Dank, dass Du ihn eingebracht hast. Eine Sache darf hier noch einmal zum Ausdruck gebracht werden. Der schlimme Richter über unsere nicht perfekten Leistungen sind wir immer vor allem selbst. Und es ist immer wieder sehr schön zu erleben, wenn andere Zuhörer, die ja selbst auch musizieren da sehr mitfühlend dabei sind. Es geht uns auf jeden Fall allen so.

  • #6865
    Christine
    Christine
    Teilnehmer

    Hallo ihr Lieben,
    Also mein Rezept gegen Lampenfieber: einfach nicht vorspielen 😁
    Für mich persönlich sehe ich eigentlich keinen Grund, mich auf eine Bühne zu stellen. Ich lerne ein Instrument, weil es mir Freude macht, gemeinsam mit anderen schöne Töne zu machen, nicht um vor Publikum etwas zu präsentieren.
    Bin halt nicht so die Rampensau 😆

    Katrin, deine Geschichte ist echt schön. Und wenn man einem lieben Menschen einen Gefallen tun kann, ist das auf jeden Fall etwas Lampenfieber wert 😊 Und dann bist du ja auch wunderbar belohnt worden!

    Nicole, mein kleines Stückchen Solospiel am Samstag hat mich auch Überwindung gekostet, was man unschwer am leisen Bogenvibrato erkennen konnte😁 Und mit Johannes müssen wir uns beide nun wirklich nicht vergleichen. Das ist eine andere Liga.

    Mit deinem „Unvermögen“ musst du dich außerdem gar nicht so verstecken. Deine Intonation fand ich super sauber. Das kann dein Bogen ruhig etwas mutiger hören lassen. 🎻🎶🎵
    Glaube nicht, dass ich nach so kurzer Zeit die Töne schon so sicher drauf hatte, mit oder ohne Klebepunkte!
    Was das angeht, hast du jedenfalls keinen Grund zur Nervosität.

    Liebe Grüße und gute Nacht!

    Christine

  • #6875
    Sarah
    Sarah
    Teilnehmer

    Hallo ihre Lieben,

    Ein sehr wichtiges Thema!

    Früher oder später kommt man als Musiker doch in die Situation, etwas vorspielen zu wollen oder zu sollen 😉 Gerade bei Streichinstrumenten, die so wunderschön im Ensemble oder Orchester mit anderen Instrumenten zusammen klingen, würde einem doch auch viel entgehen, wenn man ausschliesslich ganz für sich allein im stillen Kämmerlein spielt.

    Damals als Jugendliche hatte ich große Scheu vor anderen zu spielen. Das ging so weit, dass ich zuhause nie geübt habe, unter anderem weil es mir unangenehm war, wenn meine Familie die schiefen Töne hörte. Als Kind hatte ich Akkordeon gespielt, da sind die Töne immer sauber. Mit der Bratsche brauchte es schon Mut, mit Schmackes auch mal ein paar schiefe Töne zu schmettern. Den hatte ich nicht.

    Später im Orchester war es einfacher, da konnte man sich in der Menge „verstecken“. Vor Konzerten war ich aufgeregt, aber es hielt sich in Grenzen.

    Jetzt als ich im Januar wieder angefangen habe und die geliehene Bratsche zum ersten Mal in die Hand nahm, da kam diese Scheu von damals wieder in mir hoch. Mein Mann saß im selben Zimmer auf der Couch. Zumal die ersten Töne fürchterlich klangen. Aber dann sah ich, dass mein Mann sowieso in sein Handy vertieft war und gar nicht auf mich achtete. Also hab ich mir gesagt, achte gar nicht auf ihn. Ausserdem kann er so doch meine Fortschritte viel besser bemerken 😉

    Neulich hab ich meinen Eltern meine neue Bratsche gezeigt und ein kleines Stück vorgespielt. Ich habs einfach beiläufig gemacht, ohne viel drüber nachzudenken. Mit schiefen Tönen 😉

    Das Haupstück, dass ich übe, den Kanon von Pachelbel, werde ich an Weihnachten der ganzen Familie vorspielen. Da habe ich noch genug Zeit. Und auch wenn ich es dann nicht so schön spielen können werde, wie ich es gern hätte, werd ich es trotzdem vorspielen. Obwohl meine Schwester (Akkordeon und Klavier) und ihr Mann (Querflöte) Berufsmusiker sind und „harte Kritiker“, hab ich es mir fest vorgenommen.

    Denn ich finde Musik machen für und mit anderen ist etwas ganz Wunderschönes.

    Durch die Massen an im Studio perfekt bis ins letzte Detail aufgenommener Musik, an die wir gewöhnt sind, haben wir leicht viel zu hohe Erwartungen daran, wie gut man spielen können muss, bevor man etwas vorspielt. Davon sollte man sich frei machen. Ich persönlich finde live vorgetragene Musik sooo viel schöner, auch wenn einige (oder viele schiefe) Töne dabei sind.

    Was mir hilft ist meine Sicht auf und meine Freude an Kindern, die mit Stolz und Inbrunst ein Instrument spielen. Da achte ich nicht auf schiefe Töne und Patzer, sondern ich erfreue mich wirklich an der Musik und an der Leistung, die das Kind da erbringt (für Anfänger ist es doch viel schwieriger ein Stück zu spielen, als für Fortgeschrittene oder Profis). Diese wohlwollende Sichtweise auf musizierende Kindern versuche ich auch auf meinen Blick auf mich selbst zu übertragen 😉 Es geht nicht darum perfekt zu sein, es geht darum Musik zu machen und es zu genießen und andere damit zu erfreuen. Auch am Ende einer jeden Übesession „belohne“ ich mich jedes Mal damit das Stück einfach so zu spielen mit viel Gefühl und Freude, ohne mich groß auf Fehlerfreiheit zu konzentrieren.

    Also: uns allen viel Mut mit und vor anderen zu spielen! 🙂

    Liebe Grüße
    Sarah

  • #6877
    Christine
    Christine
    Teilnehmer

    Oha Sarah, mit den Berufsmusikern in der Familie hast du aber erschwerte Ausgangsbedingungen! Das fände ich auch nicht einfach.
    Alle Achtung, dass du dich da nicht entmutigen lässt!

    Das mit dem Zusammenspielen ist für mich ein wesentlicher Punkt.
    Ich habe ein viel entspannteres Gefühl, wenn ich nicht allein vor anderen stehe, die mich erwartungsvoll angucken und passiv konsumieren, was ich ihnen serviere. Also die klassische Konzertsituation. Mir ist lieber, wenn möglichst alle Anwesenden mitspielen 😊
    Meine angenehmsten Konzerte waren die Adventsversanstaltungen mit dem Vhs – Kurs. Wir haben da in einem Gemeindesaal Weihnachtslieder aus ganz Europa gespielt, zu acht bis zehn Leuten mit unterschiedlichsten Instrumenten.
    Im Saal standen Tische, es wurde Kaffee getrunken und Kuchen gegessen, manche hörten zu, andere unterhielten sich oder sangen auch mal mit, hier und da gab’s Applaus oder einen Musikwunsch.
    Das hat mir gut gefallen, es war so schön locker und gar nicht so ernst.
    Für mich beste Voraussetzungen, erst gar kein Lampenfieber zu kriegen.

  • #6878
    Katta
    Katta
    Teilnehmer

    So ich muss mal kurz berichten: Heute war erste Konzertprobe. Puuh, ganz gut geschafft!
    Ganz ohne Lampenfieber ging es denn doch nicht, ist halt Spielen vor anderen, auch wenn es eine Probe war! Und ehrlich gesagt, finde ich vor anderen Cello-Schülern zu spielen mit am unangenehmsten, weil die auch noch beurteilen können, was sie da serviert bekommen.
    Es war jedenfalls sehr beruhigend zu sehen, dass auch die anderen nur mit Wasser kochen!
    Außerdem war es einfach sehr inspirierend …
    Naja, bis zum 24.6. ist noch etwas Zeit! Zeit zum Üben, gemeinsamen Proben und ein „Probe-Konzert“, wo es nicht darauf ankommt, steht vorher auch noch an.
    Die Probe heute hat mir gut getan und Anspannung genommen.
    Und ganz nebenbei hatten wir eine Menge Spaß!

  • #6887
    Felix Seiffert
    Felix Seiffert
    Keymaster

    Eine Sache möchte ich doch noch in die Runde werfen.

    Könnt Ihr Euch dieses vorstellen? Es gibt so etwas wie einen „guten Stress“ der auf der Bühne vorhanden ist, und der letztlich bewirkt, dass eine Darbietung von einem Stück erst richtig gut wird.

    Das ist die positive Seite des Lampenfiebers.

    Ich kenne das aus Situationen in denen ich vor einem Konzert reisen musste. Wenn ich zum Konzertort eine längere Fahrt von sagen wir 2 Stunden habe, dann komme ich gelinde gesagt mit einer leichten Mattscheibe an.

    Schließt sich an die Ankunft dann eine Verständigkungsprobe an, ist bei mir das Resultat in der Regel katastrophal. Ich fühle mich wie der erste Mensch, ich kenne mein Cello nicht mehr …. Ihr kennt das.

    So und dann ist das Lampenfieber da. Und ich sage mir, dass es gut so ist. Wäre es jetzt nicht da, wäre mir das Konzert egal. Und dann mache ich diese Übungen mit dem langsamen Einspielen und versuche mich immer mehr auf den Punkt zu bringen. Das ist ein Prozess der einfach nötig ist. Und wenn dann das Konzert endlich los geht, bin ich auf einem Bewusstseinsniveau, das im Grunde genommen erst wirklich geeignet ist, um Konzerte zu geben.

    Das wolle ich einmal zum Bedenken mitgeben. Ich weiß allerdings, dass es ein längerer Prozess ist, und einiger Auftritte bedarf, bis man überhaupt in die Lage kommt, sich selbst auf der Bühne in den Griff zu bekommen trotz Lampenfieber. Aber es lohnt sich.

    ganz herzliche Grüße an Euch

    Felix

    • #6894
      Katta
      Katta
      Teilnehmer

      Hallo Felix,
      das kann ich mir sogar vorstellen.
      Der erste Mensch und ein Cello – ohja, das hatte ich jetzt nach dem mein Bogen neue Haare bekommen hatte.
      Positiven Stress kenne ich und die Vorstellung, dass Lampenfieber auch mal so wirkt, beflügelt mich ein wenig.
      Mal sehen, wann das so sein wird!

      • #7058
        Conny
        Conny
        Teilnehmer

        Hallo ihr Lieben,

        ich habe mich lange nicht gemeldet…

        Aber hier kann ich doch tatsächlich mitreden. Mich versuchte man von klein auf als kleinen Mozart herumzureichen. Lampenfieber ist also eines meiner Grundgefühle.😒

        Ich kann Felix hier nur zustimmen. Ein Auftritt ohne Lampenfieber wäre für mich nicht möglich. Egal ob Klavier oder Gesang – ohne Lampenfieber – welches auf der Bühne komplett verschwunden ist – möchte ich nicht auf die Bühne. Die positive Energie, die das Lampenfieber mit sich bringen kann, bewegt mich zu besonders guten Leistungen, die ich zum Teil gar nicht von mir erwartet hätte. Mittlerweile nennt man mich auch „Rampensau“…😎

        Einzige Instrumente, wo das nicht klappt, sind die Blasinstrumente. Bei der Querflöte versagt mir regelrecht der Ton, die Blockflöten (von Sopran bis Bass) liegen mir da eher.

        Mit dem Cello bin ich zum ersten Mal im Unterricht vor meinen Schülern im Rahmen der Instrumentenkunde aufgetreten. Ehrlich? Wirklich zufrieden war ich mit mir nicht. Nicht sauber genug… Aber die Kinder waren begeistert!😁

        Ich hoffe, dass ich bald so gut und viel spielen kann, dass ich doch mal in einem Streichquartett oder ähnlichem spielen kann.

        Liebe Grüße Conny

        • #7059
          Katta
          Katta
          Teilnehmer

          Hallo Conny,

          schön, dass du wieder dabei bist!

          oh bei der Querflöte ist das für mich ganz perfekt, weil ich durch dieses sehr tiefe und bewusste Atmen so wunderbar ruhig werde. Alles andere an der Querflöte ist meiner Meinung nach grausam, zu viele Jahre schlechten Unterricht haben es verdorben 🙁

          Das Zittern, welches du, wenn ich es recht lese, in der Atemluft hast, habe ich in den Armen und das verträgt sich mit dem Streichen nicht so sonderlich.
          Die ersten Male Vorspielen mit Cello kam das Lampenfieber irgendwie zu spät. Irgendwie muss ich es schaffen, mich vorher mehr „reinzusteigern“, sodass mich das Lampenfieber nicht erst packt, wenn es unmittelbar soweit ist.
          Irgendwie ist das komisch mit dem Lampenfieber…

          Und genau die Erfahrung habe ich mit den Kindern und Instrumentenkunde auch gemacht 🙂 und ehrlich gesagt, war ich echt aufgeregt. Die Kinder kennen mich anders und können echt harte Kritiker sein. Du bist aber nicht auch in der Grundschule tätig, oder? Ich liebe diese Musikstunden, in denen ich eines meiner Instrumente mitbringe. Das sind Sternstunden für alle!

          Liebe Grüße!

  • #6895
    Anne
    Anne
    Teilnehmer

    Hallo Katta und alle anderen,
    sehr wichtiges Thema finde ich und wunderbare helfende Beiträge zu diesem außerordentlich wichtigen Thema! Danke euch allen!
    Ich selber bin auch kein Prüfungsmensch u.ä. – mündliche Prüfungen sind für mich ein Grauen – ebenso das Vorführen der Musik. Cello bin ich ja noch Anfängerin und derzeit reicht mir das Spielen vor meinem Lehrer – der jedoch total geduldig und positiv ruhig auf mich wirkt und es mir deswegen auch leicht fällt ruhig auch nicht fehlerfrei vorzuspielen. Mit dem professionellen Vorspielen muss ich eh noch Monate/Jahre warten 😉 – jedoch mit Klavierbegleitungen o.ä. habe ich Erfahrungen gemacht die meine Hände zittern ließen und die armen Klaviertasten mit Schweiß überschwemmt wurden 😉 *übertrieben* 😉
    Ich habe selber mit naturheilkundlichen Unterstützungen gute Erfahrungen gemacht….u.a.: Rescue Tropfen (Bachblüten) und: https://www.paracelsus.de/magazin/ausgabe/200002/psychologische-homoeopathie-angst-vor-versagen-und-nichtbestehen/
    Ja – ich selber mag keine Fehler machen und deswegen verkrampfe ich auch zuviel beim Spielen…..deswegen sagt auch mein Dozent: „du spielst“ – nicht „du musst üben“ – obwohl ich es ja weiß das ich üben muss/möchte….ich selber bin mit mir oft zu ungeduldig und möchte alles perfekt ausführen….Felix Worte sind – wie auch von weiteren – sehr hilfreich! Auch wenn wir beim Vorspielen mal ein bissel stolpern und nicht alles perfekt rüberkommt…einfach locker mit einem Lächeln weiterspielen….und man sagte mir auch früher: immer sich vorstellen, dass man für sich spielt und nicht zuviel denken was die anderen denken würden…..mit Liebe und Muße und Freude das Erlernte vorspielen…auch professionellen Spielern unterlaufen Fehlerchen die uns sogar oftmals nicht auffallen….auf das Schöne schauen – nicht auf die Fehler….sollte ein Ton nicht so perfekt kommen – sich selber einfach „macht nix“ sagen und locker weiterspielen….alles Beste! Du wirst es wunderbar machen – da bin ich mir sicher!

    • #7084
      Conny
      Conny
      Teilnehmer

      Hallo Katta,

      ursprünglich bin ich auch für die Grundschule ausgebildet worden. Habe danach aber weiter studiert und bin nun seit vielen Jahren Regelschullehrer in Thüringen. Ja, meine Schüler lieben es auch, wenn ich alle möglichen Orchesterinstrumente zeigen kann. Da fast alle gebraucht gekauft wurden, dürfen die Schüler sie auch mal probieren. Da kommen erstaunliche Sachen raus. Zum Beispiel bei den Blechblasinstrumenten, denen ich kaum einen Ton entlocken kann…😩

      So bin ich übrigens auch zu den Blockflöten (von Sopran bis Bass), der Querflöte und natürlich dem Cello gekommen.

      Das Cello hat es dann so sehr in mein Herz geschafft, dass ich nicht mehr ablassen kann. Nur die Geduld fehlt mir manchmal…

      LG Conny

    • #7089
      Felix Seiffert
      Felix Seiffert
      Keymaster

      Hallo Anne,

      eine Sache möchte ich Dir noch zum Thema Lampenfieber mitgeben.

      Du wirst auf jeden Fall Dein Leben lang merken, dass Du nicht ganz perfekt auf der Bühne spielst. Selbst die allerberühmtesten Musiker berichten darüber, dass es immer noch, auch nach dem noch so guten Konzert eine Möglichkeit gibt, die Sache zu verbessern.

      Dieses verfolgt uns ein Leben lang. Fehler sind kein Schaden. Sie sind der bester Lehrmeister, der Dir zeigt, dass Du noch etwas an Deinem Spielen und Deinem Auftritt verbessern kannst. Das ist allerdings leicht gesagt. Aber es ist ein Weg, eine solche Haltung einzunehmen. Und es lohnt sich in jedem Fall.

      ganz herzliche Grüße

      Felix

      • #7377
        Anne
        Anne
        Teilnehmer

        Hallo Felix,
        ich danke dir noch herzlich für deine liebe Antwort vom 30.5. zu meinen Worten hier. Auf dem Weg in den Urlaub las ich diese schon und wollte dir immer noch gern geantwortet haben – wie es so ist – wenig Zeit vor – und nach dem Urlaub 😉 – eigentlich sollte man gar nicht verreisen 😉
        Ja – Fehler sind der beste Lehrmeister und bringen einen im Grunde wirklich weiter.
        Selbst in der Musikschule wenn ich meinem Lehrer was vorspiele bin ich unsicherer als zu Hause 😉 Die mündlichen Prüfungen waren bisher bei mir immer ein grauen….die schriftlichen jedoch könnte ich mit Leichtigkeit bestehen….es hat schon was mit „was denken die anderen“ zu tun und beim Vorspielen und auch mündlichen Prüfungen bekomme ich sehr viel „Stimmung“ von den umgebenden Menschen mit….das muss ich bewältigen lernen. Mein Lehrer sagte auch noch nett dazu: „einfach mir selber sagen: „Ja – ich bin nervös – na und?“ und weiterspielen….ich denke auch das es was mit Selbstbewußtsein zu tun hat – danke für deine Worte das selbst die allerberühmtesten Musiker nicht fehlerfrei auf der Bühne spielen….es ist auch eine Kunst, wie man damit umgeht….manchmal pausieren, manchmal „schwimmend“ und einfach selbstbewußt weiterspielen als ob nichts gewesen sei und als ob ein Fehlerchen was ganz normales sei hörte ich auch mal.
        Man möchte selber es perfekt ausführen – oftmals ist man selber der schlimmste „Richter“ sich selbst gegenüber….meistens fällt es sogar den Zuhörern gar nicht auf….es ist auch eine Kunst wie Musiker (und andere) die etwas vorführen wollen mit der Situation umgehen (lernen)….umd so selbstbewußter man ist um so einfacher ist es anscheinend….
        Danke – habt noch einen sonnigen Sonntag 🙂
        LG
        Anne

    • #7373
      Norbert
      Norbert
      Teilnehmer

      Hallo Anne, zum Thema Fehler. Ich bin drauf gekommen, dass einem das Publikum jeden Fehler verzeiht, wenn man vorher einen positiven Kontakt aufgebaut hat und sich nicht wie ein großer Star benimmt. Ich habe einmal mitten im Geigensolo einen furchtbaren Krampf in der linken Hand bekommen. Erst wollte ich so weiter spielen aber dann musste ich das Lied abbrechen. Meine Bandkollegen und ich gaben ein paar lustige Kommentare dazu ab, das Publikum lachte und alle hatten ihre Freude. Nach dem Konzert fragten mich sogar ein paar Leute, ob ich denn wirklich einen Krampf hatte oder ob das nur ein Scherz war.

      • #7378
        Anne
        Anne
        Teilnehmer

        Hallo Norbert,
        ja – wunderbar wie du das hin bekommen hast 🙂
        Das zeigt ein großes Selbstbewußtsein denke ich und Schlagfertigkeit….im Grunde sollte man über sich selber eher schmunzeln und alles viel lockerer angehen und meistern. Wie du mit dem Krampf bei der Aufführung es bewältigt hast ist phantastisch! Ja – super 🙂
        Ich habe im Grunde auch kein schwaches Selbstbewußtsein – aber man ist dann über sich selber sehr enttäuscht finde ich….es gibt ja auch Tage beim Üben da klappt es super – dann jedoch gibt es auch Tage da denkt man „boa, ich fange wohl grad erst bei 0 an“ (ich lerne Cello wirklich erst seit Februar diesen Jahres) – jedoch Klavier schon länger….ich las mal einen schönen Spruch: „beim Musizieren merkt man erst wie man sich wirklich fühlt“ – das stimmt.
        Die Situation mit der „offenen Bühne“ ist im Grunde auch ein wunderbares Übungsfeld – ohne steife Ruhe und „alle Blicken einen an“ Gefühl….manche bekommen es gut hin wenn sie sich vorstellen das nur sie allein im Raum wären – andere wie du halt den persönlichen Kontakt mit dem Publikum suchend was auch gut helfen kann….ich denke jeder muss für sich und seinem Typus herausfinden welche Hilfe einem wirklich am besten hilft. Viel Spaß dir weiterhin und viele schöne Momente 🙂

  • #7175
    Mona
    Mona
    Teilnehmer

    Hallo Katta,
    irgendwie denke ich immer mal wieder an Dich und Deine Zeilen. Ich hoffe, Deine Aufführung ist Dir gelungen und Du bist zufrieden 😀
    Lieben Gruß
    Mona

  • #7347
    Katta
    Katta
    Teilnehmer

    Hallo Mona und alle andere,
    Wie lieb von dir!
    Ich mag einmal berichten, die Konzerte sind um und ich bin so viele Erfahrungen reicher.
    Heute war das letzte Konzert vorm Sommer und ich bin noch immer aufgekratzt.
    Bei allen Konzerten konnte ich mit dem Lampenfieber umgehen.
    Mein Lampenfieber habe ich heute einfach im Cellokoffer vergessen. 😉 Als ich heute aufstandwar es schon massiv da, aber als ich dann vor dem Konzert mein Cello in die Hand nahm, war es gleich viel besser. Vor dem Finale brannte die Aufregung noch einmal auf, weil wir dieses Stück, ein Game of Thrones Medley, letzte Woche vollkommen vergeigt hatten, aber es lief sogar recht gut. Heute war es eigentlich sehr wichtig, dass wir abliefern, aber zugleich konnte ich mir selbst zugestehen Fehler zu machen, da ich um meine Mitspieler wusste und wusste ich kann alles spielen und jedereit wieder hineinfinden.
    Wir haben heute einfach gespielt, uns frei gespielt, es gab ein WIR und dass war ein toller Abschluss für dieses Programm.
    Um heute gut spielen zu können in der Öffentlichkeit, waren die Konzerte davor im kleinen Rahmen wichtig. Auf diese Weise sind wir in den unterschiedlichen Besetzungen zusammengewachsen und wissen um die Stärken und Schwächen der anderen. Wir haben gelernt aufeinander zu achten, zu hören und uns noch besser anzupassen. Ich weiß nun noch besser, dass ich mich nicht verstecken muss und die anseren auch nur mit Wasser kochen. Es ist keine Konkurrenz mehr und der Abschied war sehr herzlich!
    Und ich freue mich schon wahnsinnig auf die Zeit nach den August, wenn es wieder los geht. Denn wir haben so viele Auftrittsmöglichkeiten angeboten bekommen.

  • #7349
    Katta
    Katta
    Teilnehmer

    Mein nächstes Ziel weiß ich auch schon : ein Duett mit meiner Cellolehrerin fürs Klassenkonzert im November 🙂
    Cello-Klavier muss noch ein Jahr warten, eh ich mich da wieder heran traue.
    Aber ich habe so viel Positives erfahren dürfen uns auch was ich brauche um.mich wohl und sicher zu fühlen, sodass ich richtig Lust auf neue Herausforderungen habe.

  • #7350
    Nicole
    Nicole
    Teilnehmer

    Hallo Katta –

    Super schön zu lesen👍🏻👍🏻👍🏻
    Ich denke, dass die meisten Leute, die kein Instrument spielen doch eine Hochachtung vor denen haben, die spielen und dass es daher eine große „Milde“ im Publikum gibt, zumal in dem, dass Zuhören möchte.
    So ging es mir auf jeden Fall noch im letzten Jahr ohne Cello und Notenkenntnis und heute ist meine Hochachtung vor den Musikern noch größer –
    Musik bereichert mein/unser Leben und wie wunderbar, sie dann noch live zu hören😍😍😍

    Du hast mir neulich geschrieben „üb weiter, Du hast Dich für das richtige Instrument entschieden“ – also kann ich jetzt schreiben „spiel weiter, Du machst die Menschen glücklich“ –

    Liebe Grüße und bis bald😉

    Nicole

  • #7351
    Katta
    Katta
    Teilnehmer

    Oh ist das ein lieber Kommentar, danke Nicole..
    Seitdem ich die ersten Videos gesehen habe vom letzten Konzert, bin ich mindestens 3cm vor Stolz gewachsen! Ich bin wahnsinnig zufrieden!

  • #7372
    Norbert
    Norbert
    Teilnehmer

    Ich kenne Lampenfieber vom Studium. Damals war ich bei Referaten so nervös, dass keinen ordentlichen Satz heraus bekam. Geheilt hat mich die Musik: Bei mir in der Nähe gibt es ein Kulturzentrum, wo einmal im Monat offenen Bühne war. Da durfte man für eine Viertelstunde auf die Bühne und tun und lassen was man wollte – inklusive scheitern. Es gab ein sehr verständisvolles freundliches Publikum. Ich habe immer gesungen und dazu Gitarre gespielt. Nach ein paar solchen Auftritten war ich geheilt. Mittlerweile moderiere ich schon Veranstaltungen und halte aus dem Stegreif Vorträge an Schulen.
    Bei meinen Auftritten ist mir allerdings wichtig, dass ich das Publikum sehe. Bei manchen Bühnen sind die Scheinwerfer so hell, dass man nur ins Schwarze schaut, wenn man zum Publikum schauen will. Dann bitte ich immer: Weniger Licht auf der Bühne, mehr Licht im Publikum. Der Kontakt mit dem Publikum ist für mich das beste Mittel gegen Lampenfieber.

    • #7405
      Felix Seiffert
      Felix Seiffert
      Keymaster

      Hallo Norbert,

      Danke für Deine Erfahrung.

      Für mich und meine Schüler gibt es immer einen Satz. Es gibt einen einzigen Ort, an dem man lernen kann, mit seinem Lampenfieber umzugehen und auf der Bühne zu bestehen.

      Und das ist – die Bühne.

      so einfach und so schwer. Aber ein geduldiges Publikum ist dabei ganz wichtig, und das schaffen wir in unseren vorspielen, wo meist Leute zuhören, die ähnliche Erfahrungen machen wollen.

      herzliche Grüße

      Felix

  • #7379
    Anne
    Anne
    Teilnehmer

    Hallo Katta,
    wunderschön von deinen Erfahrungen und Erlebnissen zu lesen 🙂
    Weiterhin dir ganz ganz viel Freude = Erfolg 🙂
    Du wirst alles wunderbar meistern da bin ich mir sicher!
    Alles Beste weiterhin…..
    LG
    Anne

  • #7387
    Anne
    Anne
    Teilnehmer

    Hallo an alle noch einmal 😉
    Ich merke gerade was vielleicht für uns alle eine gute „Anti-Lampenfieber“ Übung sein kann – oder ein bissel helfen könnte: ich muss ein Klavierstück aufnehmen und es jemanden zusenden – sobald ich die Aufnahmetaste auf meiner „Sprach-App“ drücke bin ich auf einmal nervös und merke, das ich innerlich anspanne und natürlich dann nicht ganz fehlerfrei dann das Stück spiele 🙁 – ist das nicht ätzend?!?! 😉 – versuchte es grad eine ganze Stunde und lass es heute sein – demnächst wieder….
    Ohne Aufnahmeknopf zu drücken kann ich das Stück fast auswendig und sehr gut spielen…..
    Ich denke, ich werde es jetzt öfter probieren – einfach so – ob Klavier oder Cello (obwohl beim Cello brauche ich eh noch Jahre um es einmal im Kreis gut zu spielen)….
    Ich dachte, ich teile es euch mal als kleinen „Anti-Lampenfieber“ Tipp mit….ich werde es auf jeden Fall jetzt auch so öfter mal üben 😉
    Eine sonnige angenehme Woche euch –
    LG
    Anne

    • #7389
      Katta
      Katta
      Teilnehmer

      Tolle Idee Anne und danke, dass du sie mit uns teilst!

    • #7406
      Felix Seiffert
      Felix Seiffert
      Keymaster

      Sehr guter Hinweis, Anne,

      Ja das Aufnehmen ist genauso gut wie das Spielen vor Leuten. Du kommst genauso an den Punkt an dem es „jetzt richtig sein muss“. Und Du wirst sehen, dass Du hernach als Zuhörer eine ganz andere Wahrnehmung hast, als beim Spielen.

      So kannst du Dich wirklich an die Hand nehmen und dahin bringen, das das kommt, was du zum Klingen bringen willst.

      herzliche Grüße

      Felix

  • #7947
    Johannes
    Johannes
    Teilnehmer

    Hallo zusammen,

    nachdem ich nun nach mehr als 20 Jahren wieder eine Bühne betreten habe und super aufgeregt war, kann ich folgendes berichten:

    Die Angst davor ist eigentlich immer schlimmer als beim eigentlichen Auftritt.

    Mir hilft, mich auf die Atmung und auf die Situation zu konzentrieren und nicht schon an die nächste schwere Passage zu denken.

    Auch wenn mal eine gewisses Unwohlsein da ist, versuche ich die Mundwinkel nach oben zu bekommen. Das entkrampft echt schonmal.

    Wenn ich also genug geübt habe, ganz im hier und jetzt bin und auch bleibe und ein bisschen lächle, nimmt das dem ganzen den Schrecken und dann kann man auch Spaß am eigenen Spiel entwickeln.

    Außerdem hilft es, das Publikum nicht als Feindesland zu sehen, sondern Menschen, die mich hören wollen und mit denen ich eine Verbindung über die Musik aufbaue. Hier dann auch keine Gesten fehlinterpretieren – wenn jemand das Gesicht verzieht, muss es nicht an dir liegen sondern eventuell an seinen Zahnschmerzen 😉

    Viel Erfolg Euch allen beim erklimmen Eures persönlichen Mount Everest!

    LG Johannes

  • #7951
    Anne
    Anne
    Teilnehmer

    Hallo Johannes,
    deine Erfahrungen hast du wunderbar hier uns allen geschildert und ich denke, wir alle können daraus für unsere eigenen größeren und kleineren Berge viel daraus ziehen und lernen…..habe herzlichen Dank!

    Ja – man sollte sich im Stillen sicher sein und genug üben – dann fällt es einem noch ein bissel einfacher auf der Bühne….ja – das mit dem Lächeln habe ich auch von anderer Seite her schon gehört….es hilft einem selber sehr.

    Um so mehr man eine Persönlichkeit ist und viel Wert darauf legt was andere „denken/empfinden“ um so mehr Lampenfieber….im Grunde sollte man freundlich souverän einfach spielen und sich keine Sorgen machen was andere dabei empfinden….um so mehr Menschen, um so mehr gibt es immer welche, die das eine oder andere Stück nicht mögen….und hat man Soloauftritte dann vielleicht auch wie man es selber vorträgt….so erging es mir auch früher als ich Klarinette allein/zusammen in einer kleinen Band und kleinem Orchester spielte….

    Mit dem Cello brauche ich noch viele Monate – bis das es „Klick“ macht und vorspielreif wird 😉

    Das Zahnschmerzproblem eines Zuhörers fand ich total lustig :-)))) – yep….wer weiß woran grad der Zuhörer denkt uvm…..im Grunde sollte man souverän freundlich seinen kleinen oder großen Berg bezwingen 😉 – vielleicht hat auch grad der Sitznachbar einem Zuhörer auf den Fuß getreten 😉 gibt 1000 Gründe…ich hörte schon, das man z.T. auch einen Blickkontakt mit 2 oder 3 Menschen im Publikum aufsuchen sollte….aber das muss jeder für sich entscheiden….

    War eine sehr hilfreiche „Bergausrüstung“ 😉
    Schöne Woche 🙂
    LG
    Anne

  • #7954
    Johannes
    Johannes
    Teilnehmer

    Hallo Anne,

    das mit dem, was andere finden und denken hast Du nochmal gut auf den Punkt gebracht.
    Das ist ein ganz wichtiger Ansatz, denn wenn Du spielst, weil Du allen gefallen willst, hast Du schon verloren.
    Wenn Du aber zu Dir und Deiner Interpretation stehst und das dadurch auch authentisch wird, dann wirst Du auf jeden Fall Leute in Deinen Bann ziehen und kannst Dich dennoch ganz auf die Musik konzentrieren ohne Angst, was jemand sagen könnte.
    Lampenfieber ist wirklich Kopf- und Einstellungssache 😉
    Das Buch von Gerhard Mantel, was ich echt empfehlen kann, hat mich darin sehr bestätigt: https://de.schott-music.com/shop/mut-zum-lampenfieber-no133800.html

    LG Johannes

  • #7955
    Nicole
    Nicole
    Teilnehmer

    So Johanmes,

    dann nochmal auf diesem Wege 😉

    Es wäre eine unglaubliche Schande, wenn Du nur für Dich alleine spielen würdest!
    Da wir ja durchaus in der Lage sind, uns schon mal in andere Menschen rein zu denken/fühlen, und auch schon mal auf der anderer Seite der Bühne gesessen haben (mit anderen Worten als Zuschauer und -hörer), wissen wir – also ich zumindest – dass ich als Zuhörer nicht immer ganz dabei bin, ist blöd, aber nicht böse gemeint.
    Du hattest bei Deinem Auftritt bei uns am Samstag deswegen erschwertes Spielen, weil so ein riesen Gewusel war und Du hast Dich nicht beirren lassen. Souverän!
    Und da Du so wunderbar Cello spielen kannst und im Spielen so viel Gefühl rüber bringst, wäre es eben ziemlich furchtbar, wenn es niemand hören dürfte.

    In diesem Sinne – Danke!!!

    Und liebe Grüße an alle!

    Nicole

    • #7957
      Anne
      Anne
      Teilnehmer

      …jaaaaaaaaaa genau 🙂 – das Buch von Herrn Mantel werde ich mir dann in Zukunft auch gern kaufen und „verarbeiten“ 😉

      Mein Dozent sagte immer das man die Angst nicht verneinen oder unterdrücken soll sondern sich sagen „ja – es ist so – na und?“

      Auch wenn man es nicht wahrhaben will – der Kopf steuert auch unsere Gefühle wie Angst/Lampenfieber uvm….

      Danke 🙂
      LG
      Anne

  • #7956
    Johannes
    Johannes
    Teilnehmer

    Liebe Nicole,

    Danke für die Blumen 😉 Dann mache ich das gerne weiter so – und auch wenn der Geräuschpegel manchmal die eigene Wahrnehmung am Instrument erschwert, so kann er auch zur Beruhigung beitragen und dem Lampenfieber entgegenwirken 😉

    Es hängt ja immer vom Zweck ab, für den man gebucht wird und wenn die Leute im Hintergrund bei guten Unterhaltungen schöne Musik hören, ist der Zweck voll erfüllt und auch der Musiker hat seinen Spaß.

    Viele Grüße

    Johannes

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