Improvisation – Cello, Geige, Bratsche

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Dieses Thema enthält 7 Antworten und 5 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Felix Seiffert Felix Seiffert vor 1 Woche, 4 Tagen.

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  • #11094
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    Andreas
    Teilnehmer

    Hallo,
    vor 5 Jahren habe ich mit dem Cello-Spielen angefangen, weil ich auch gerne mit anderen Leuten zusammen musizieren wollte. Ich spiele bisher praktisch nur mit anderen Celli im Ensemble nach Noten, was sehr viel Spaß macht. Ich würde aber auch gerne mit anderen Instrumenten zu moderneren akkordbetonten Liedern z. B. aus dem Pop-Bereich improvisieren können. Meine Wunschvorstellung wäre, jemand spielt z. B. mit Gitarre oder Klavier, jemand singt dazu, und ich untermale das Ganze mit dem Cello. Leider bin ich ziemlich einfallslos, was das Improvisieren angeht. Natürlich könnte ich den Akkord-Grundton spielen oder wenn ich vorher Zeit habe, kann ich mir eine Zweitstimme überlegen, die zu der Grundmelodie und Harmonie passt, im Sinne von Alt, Tenor oder Bass. Allerdings wäre das dann schon nicht mehr so spontan, und ich möchte gerne auch mal etwas aus diesem engen „Noten-Korsett“ ausbrechen. Hat jemand von Euch in diesem Bereich positive Erfahrungen gemacht, die mir weiterhelfen könnten? Wie könnte man das Thema Improvisation angehen? Hat Euch eine bestimmte Literatur geholfen? Ich möchte, die Hoffnung nicht aufgeben, dass man Improvisieren auch lernen kann und dass das nicht nur eine „angeborene“ Fähigkeit ist.

  • #11095
    Erika
    Erika
    Teilnehmer

    Ich würde es einfach anfangen und dann steigern. Mit der Flöte hab ich es schon bei mir bekannten Liedern gemacht. Es gibt ja auch Noten mit vetschiedenen Variationen zur gleichen Grundmelodie. Eine „zweite“ Stimme auswendig singen oder spielen kann man auch üben, wenn man zu einer bekannten CD einfach mitspielt und mutig ausprobiert.

  • #11272
    Felix Seiffert
    Felix Seiffert
    Keymaster

    Hallo Andreas,

    ich würde damit Beginnen, dass Du Melodien einfach nach Gehör versuchst auf dem Cello zu spielen. Und zwar würde ich das von verschiedenen Ausgangstönen aus versuchen. Wenn Du improvisieren willst, brauchst Du meiner Ansicht nach eine gewisse Sicherheit darin, dass Du das „zu Cello bringst“ was Dir als Melodie einfällt. Und je mehr Du aus dem Gehör dann am Cello umsetzen kannst, desto mehr wirst Du merken dass dann schon die Ideen zur Improvisation kommen. Jedenfalls ist das meine Erfahrung.

    herzlichen Gruß

    Felix Seiffert

  • #11383
    Avatar
    Jacqueline
    Teilnehmer

    Hallo Andreas,
    den gleichen Wunsch habe ich auch. Mein Mann improvisiert z.B. auf der Gitarre und ich hab mich nie getraut was dazu zu spielen. Jetzt habe ich eine neue Lehrerin, die sehr viel Improvisiert mit den verschiedensten Musikern. Der Unterricht ist völlig anders als mein bisheriger. Ich suche mir die Töne zu Liedern selber raus, wir singen während dem Spiel mit. Mal spiele oder zupfe ich einen Rythmus und sie spielt eine Melodie mal übernimmt sie den Rhytmus. Wir spielen mit geschlossenen Augen oder unterhalten uns dabei. Wenn ich den Melodienpart habe bin ich noch ziemlich unsicher. Aber ich habe rausgefunden, dass es für ein schönes Zusammenspiel gar nix komplexes braucht. Manchmal ist es auch das Einfache. Ich für mich genieße es jetzt diesen Raum zu bekommen, mein Cello und auch mich ganz anders zu entdecken. Ich kann mir für jeden Ton Zeit lassen ihn erspüren und zu erfinden ohne Angst zu haben dass etwas nicht passt. Ich spiele viel entspannter und selbstverständlicher und mein Spiel hat wesentlich an Gefühl und Intensität gewonnen. Mittlerweile spiele ich auch mit meinem Mann und genieße das sehr. Liebe Grüße Jani

  • #11465
    Norbert
    Norbert
    Teilnehmer

    Ich muss gleich gestehen: ich habe es nicht so mit den Noten und werde aus Zeitmangel immer Anfänger bleiben. Macht nichts: ich habe große Freude beim Geigenspielen. Manchmal nehme ich die Geige und spiele einfach so vor hin, was halt gerade herangeflogen kommt. Manchmal sind das Passagen aus Liedern, die ich kenne, machmal fallen mir selbst ein paar hübsche Melodien ein.
    Wenn man das eine Zeit lang macht, bekommt man schön langsam ein Gefühl dafür, welche Töne wo sitzen.
    Manchmal kann ich dann mit Leuten zusammen spielen, die ich bis dato noch nicht gekannt habe. (Voraussetzung: Sie spielen in Freundestonarten C G D A)
    Auch beim Volksmusikstammtisch versuche ich zu den Liedern (in Freundestonarten) irgend etwas passendes dazuzuspielen. Oft passt es, und wenn es mal nicht passt, ist auch keiner böse, da es ja nur um die Freude am gemeinsamen spielen geht.

  • #11471
    Felix Seiffert
    Felix Seiffert
    Keymaster

    Ich kann Euch da nur beipflichten.

    Das Improvisieren bringt eine Fähigkeit mit sich, die sich gar nicht so recht beschreiben lässt, aber beim Spiel nach Noten oft gar nicht so leicht lernbar ist.

    Es geht darum, selbstverständlich und intuitiv Finger zu setzen und Töne zu spielen, die man sich vorher vorgestellt bzw. „innerlich vorgehört“ hat. Es gibt eine Zielsicherheit die so selbstverständlich wird, wie das Treffen von bestimmten Lauten beim Sprechen.

    Und das hilft einem dann auch später, wenn man mal in einem Ensemble sitzt und schnell etwas spielen soll. Bestimmte Dinge gehen dann einfach viel leichter von der Hand weil sie ja „gar nicht anders gehen können, als so“. Und diese Erfahrung ist dann dem freien Spielen zu verdanken.

    herzlichen Gruß

    Felix

  • #11481
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    Andreas
    Teilnehmer

    Vielen Dank für Eure hilfreichen Tipps. Ich habe jetzt mal angefangen, täglich ohne Noten mir bekannte Lieder einfach so zu spielen, und ich werde versuchen, die Töne, die ich mir vorstelle, auch zu treffen. Schon jetzt genieße ich die neue Freiheit, auch mal mit geschlossenen Augen zu spielen. Dabei merke ich, wie locker ich von der Haltung werde, wenn ich mal nicht auf das korrekte Spielen von Noten vom Blatt fixiert bin. Sehr ermutigend, kann ich nur sagen.

    • #11629
      Felix Seiffert
      Felix Seiffert
      Keymaster

      Hallo Andreas,

      super Schritt nach vorne. Weiter so.

      herzliche Grüße

      Felix

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