D-Saite, Ton f

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Dieses Thema enthält 9 Antworten und 4 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Felix Seiffert Felix Seiffert vor 4 Monate, 3 Wochen.

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  • #6838
    Mona
    Mona
    Teilnehmer

    Hallo,
    habe seit mehr als 2 Jahrzehnten wieder mit dem Cello angefangen und übe derzeit Tonleitern. Klappt so einigermaßen – bis auf die D-Saite. Da quietscht das f fast immer. Ich versuche Druck und Bogenführung konstant zu halten und (nur) den „Nachbartönen“ scheint es zu gefallen. Was mache ich falsch?
    Lieben Gruß
    Mona

  • #6839
    Christine
    Christine
    Teilnehmer

    Hallo Mona,
    da es gerade das f ist, machst du möglicherweise gar nichts falsch, sondern dein Cello hat da einen „Wolf“. Hast du dasselbe Phänomen auch, wenn du das f in der vierten Lage auf der G-Saite spielst? Das würde den Verdacht bestätigen. Mein Cello hat das auch, allerdings nicht sehr ausgeprägt, so dass ich nie versucht habe, etwas dagegen zu unternehmen. Kann man aber wohl schon, frag am besten mal den Geigenbauer deines Vertrauens 🙂
    Lieben Gruß
    Christine

  • #6840
    Katta
    Katta
    Teilnehmer

    Hallo liebe Mona,
    ich würde mich Christines Vermutung anschließen.
    Ein Wolf klingt heulend, ich finde es klingt auch irgendwie „stotternd“, „rollend“ und der Klang scheint instabil.
    So kann ein Wolf klingen https://www.youtube.com/watch?v=yFiJXIA70U0 (0:33min)
    Wölfe sind bei den tiefen Streichinstrumenten nichts Ungewöhnliches, vor allem scheint das f häufig betroffen. Ein Wolfton hat irgendwas mit der Schwingung von Saite und Eigenschwingung des Cellos bzw. der Dicke der Decke zu tun. Genauer weiß ich es aber auch nicht. Hier mehr zum Thema Wolf https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfton
    Übrigens mein Cello HATTE 🙂 auch einen Wolf auf dem f.

    Spiele ein f und verschiebe mal den 2. Finger minimal höher und tiefer, ist der Ton immer noch genauso quietschend. Gibt es einen Punkt, wo das Quietschen weg ist? Wenn ja, spricht das für Christines These.
    Hast du ein Stimmgerät? Suche das f, spiele es, teilweise ist der Wolf so doll, dass „das Geheul“ sogar auf dem Stimmgerät sichtbar wird. Der Zeiger geht auf und ab.
    Du solltest durch deinen Lehrer oder Geigenbauer auf alle Fälle abklären lassen, ob es ein Wolf ist. Der sollte auch Rat wissen.

    Wenn es ein Wolf ist, gibt es mehrere Möglichkeiten.
    1) Es gibt Wolftöter (wie im Video), die man auf der Saite anbringt. Das sieht man häufiger.
    2) Mir wurde ein Teil empfohlen, dass irgendwie im Korpus an die Decke gesetzt wird, dadurch soll nur der Wolf angeblich verschwinden, aber nicht die komplette Saite weniger Klang haben.
    3) Den Wolf durch „Training“ wegbekommen. Ich weiß nicht, ob das auch bei älteren Celli funktioniert. Keine Gewähr!
    Möglichkeit 1 und 2 wurden mir aufgezeigt. Auf den Tipp, dass man u.U. einen Wolf auch ohne Hilfsmittel wegkriegen kann, hat mich ein Orchestermusiker gebracht.

    Wenn es ein Wolf ist, kannst du dich ja nochmal melden!
    Liebe Grüße,
    Katta

  • #6841
    Katta
    Katta
    Teilnehmer

    Und Gratulation zur Entscheidung wieder das Cellspielen anzufangen!

  • #6843
    Mona
    Mona
    Teilnehmer

    Guten Morgen Christine und Katta, vielen lieben Dank für eure Erklärungen und Anregungen! Habe jetzt mehrere Ansatzpunkte…
    Euch noch einen schönen Tag und einen guten Start ins Wochenende.
    Lieben Gruß
    Mona

  • #6851
    Felix Seiffert
    Felix Seiffert
    Keymaster

    Hallo Mona,

    ich möchte mich Christine und Katta anschließen. Ich glaube auch, dass es der Wolf auf Deinem Cello ist.

    Gerade Deine Aussage, dass Du das Bogengewicht gleich bleiben lassen willst und es dann nicht klappt, weist darauf hin.

    Mona, gehe bitte davon aus, dass Du immer mit dem Bogengewicht und der Strichgeschwindigkeit auf die Verhältnisse des jeweiligen Tons eingehen kannst und solltest. Das krasse Beispiel ist eben der Wolf auf dem f. Hier gib mehr Bogengewicht. In vielen Fällen reicht das schon aus und Du brauchst gar keinen Wolftöter. Auch wirst Du vielleicht merken, dass der Ton dann klingt, wenn Du etwas mehr Gewicht gibst und gleichzeitig etwas langsamer streichst.

    Aber auch ganz generell wirst Du merken, dass sich jeder Ton unter dem Bogen etwas anders anfühlt und Du immer darauf eingehst. Das kommt Dir vielleicht im Moment wie eine Überforderung vor. Aber Du wirst mit der Zeit merken, wie es immer leichter wird sich darauf einzustellen. Das ist eine Komponente von aktiver Tongestaltung.

    herzliche Grüße und viel Freude und auch Erfolg mit Deinem Cello

    Felix

    • #6852
      Katta
      Katta
      Teilnehmer

      Hallo Mona, Hallo Felix,

      interessant, dass du das schreibst, Felix – mehr Bogengewicht geben.
      Ich habe meinen f-Wolf wegbekommen, ganz ohne Hilfsmittel. Der Wolf war in der 1. Lage am deutlichsten und wirklich ungnädig, in der 4. Lage G-Saite war er im Rahmen, aber kleinste Fingerabweichungen ließen ihn aufheulen.
      Ich bekam den Tipp, das f in der 4. Lage ordentlich laut und fast erdrückend in Wechsel mit der leeren d- und G-Saite zu spielen. Klang nicht schön, aber siehe da, der Wolf ist weg. Was mir außerdem half, war den Ton von oben zu greifen, also ganz knapp höher anpeilen und dann korrigieren. Dann war der Wolf auch nicht so deutlich.
      Jetzt musste ich doch tatsächlich gerade probieren, ob ich nur mein Bogengewicht angepasst habe. Aber ich kann tatsächlich keinen Wolf mehr finden. 😀
      Nun war mein Cello neu und ich habe es eingespielt. Ich weiß nicht, wie das bei alt eingespielten Celli ist.
      Liebe Grüße!

      • #6857
        Felix Seiffert
        Felix Seiffert
        Keymaster

        Hallo katta,

        das sind ja auch ganz interessante Ansätze. Hast Du mit dem Wechsel des Tons einmal auf der G- und einmal auf der D-Saite den Wolf sozusagen weggespielt. Das kann ich mir tatsächlich vorstellen.

        Ich habe auch schon die dollsten Dinge erlebt. So hat zum Beispiel die Wahl eines leichteren Stachels bei mir zu einer deutlichen Verbesserung des Wolfs geführt. Aber – kein Cello ist gleich. Es gibt einfach kein Rezept das überall funktioniert.

  • #6861
    Katta
    Katta
    Teilnehmer

    Hallo Felix,

    ja, so könnte man es ausdrücken. Mehr konnte mir mein Tippgeber auch nicht zu sagen, als dass die leeren Saiten wichtig für das Schwingungsverhältnis sind.
    Aber keine Ahnung.
    Einen leichteren Stachel hatte ich von Anfang an, kann daher den Punkt nicht beantworte0n/bestätigen.
    Der Wolf ist das, was beim Menschen die persönliche Macke ist. Man muss darum wissen und damit umgehen lernen 🙂

    • #6892
      Felix Seiffert
      Felix Seiffert
      Keymaster

      Hallo Katta,

      ja eine persönlich Macke, so kann man es auch nennen. Ich wollte nur anmerken, dass ein leichterer Stachel kein Geheimrezept ist. Das hat bei mir funktioniert, bei meinem Cello. Das kann bei einem anderen Instrument wieder ganz anders sein.

      herzliche Grüße

      Felix

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