Antwort auf: Cellobogenhaltung Daumen schmerzt

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#6897
Katta Katta
Teilnehmer

Hallo Anne,

ich kann dir aus der Ferne leider nur einige Aspekte nennen, die du überprüfen könntest. Aber eine Patentlösung gibt es ja eh nie ;P
Der Daumen sollte eigentlich nicht schmerzen. Aber ich glaube dennoch, dass jeder diese Erfahrung teilt!
Rede doch mal mit deinem Lehrer darüber, er sieht dich und kann darauf achten.
Auch ist die Bogenhaltung am Anfang noch sehr künstlich, ungewohnt und wenig vertraut. Aber keine Sorge, die entwickelt sich immer weiter. Du wirst immer mehr kontrollieren, spüren und fühlen können. Und auch, wenn das vielleicht kein Trost ist, die Bogenhaltung wird immer wieder Thema sein. Ich glaube, da kann man kaum auslernen… Je weiter du kommst, desto individueller wird die Bogenhaltung. Genau Hinschauen und Ausprobieren lohnt sich! (Das kann man übrigens mit Kindern vergleichen, die das Schreiben lernen. Anfangs erdrücken sie fast den Stift irgendwann wird es immer lockerer bis sie nur noch drei Finger brauchen und sehr genau alles umsetzen können)

– Greife eine Tasse und tu so als schüttest du sie aus. Achte auf deine Finger. Sie liegen alle an der Tasse, leicht gebeugt, keiner fest und verkrampft, GEMEINSAM halten sie die Tasse, ohne dass einer zu sehr arbeiten muss. Bei der Bogenhaltung ist das ähnlich.

– Um dich davon zu lösen, dass du den Bogen fest greifen musst, was meistens zu Verkrampfungen führt, setze dich mit deinem Cello und Bogen auf einem Teppich. Dann kann dem Bogen auch nicht viel passieren. Berühre mit dem Bogen die Saite, halte den Bogen nur mit Daumen und Mittelfinger. Lass ganz locker. Du spürst, es geht und du brauchst gar keine Kraft. Nun führe den Bogen über die Saiten. Das ist zwar anstrengender geht aber auch. Es braucht nicht viel um den Bogen zu halten.

– Du musst auch gar keine Kraft künstlich aufbringen, der Bogenarm ist schwer genug. Du musst ihn nur in Bewegung setzen.

– Außerdem könnte es sein, dass dein Daumen sich beim Spielen durchdrückt. Der Daumen muss leicht gebeugt sein, nur dann kann er reagieren und mit Mittel und Ringfinger zusammenspielen.

– Vielleicht bist du auch nicht entspannt genug, siehst dich mit einer Herausforderung konfrontiert. Ich weiß, entspanne dich, ist leicht zu sagen. Aber es hilft. Wenn alles zu viel ist, schalte zwei Gänge herunter, weniger Anspruch, weniger Tempo …

Puuh, so viel mehr fällt mir gar nicht ein. Jetzt sind die anderen gefragt! 😉
Ich weiß nicht, wie du den Bogen hälst. Aber wenn der kleine Finger auf der Stange steht, lasse ihn ma über die Stange rutschen..
Ich mag folgende Videos zum Thema:
https://www.youtube.com/watch?v=xNgo_wjhlo4 Der Tipp mit dem Knie ist cool!
https://www.youtube.com/watch?v=9f2AABUxrsQ Ich liebe ihn! Mit seiner Schiffsmannschaft 😀 Auf CelloBello ist auch ganz viel im fortgeschrittenen Bereich!

Auch in den Celloschulen gibt es unterschiedliche Lehransätze (i.d.R französisch mit am meisten gespielt, deutsch oder russisch etc.). Nur mal um dir zu zeigen, wie individuell das sein kann: Ich halte den Bogen so, bei mir berührt der Daumen nicht Frosch und Stange, sondern liegt im Maul des Frosches, dadurch ist der Kontaktpunkt des Daumens größer. Der Mittelfinger liegt relativ weit um den Frosch. Kleiner Finger je nach Bedarf auf oder über der Stange. Ich habe so gelernt, dann umgelernt, und wieder zurück ich komme bislangen so am besten klar.

Du kannst auch nochmal unter „Gerade Streichen“ nachlesen, da wurde einiges zusammengetragen rund um den Bogen.
Ich hoffe, ich konnte dir etwas helfen!
Viele Grüße!